Die Skizze zeigt, wie der Vogelkäfig aussehen soll.

Neues Kunstobjekt am Parsberg

Bald kommt ein Vogelkäfig neben das Ofenrohr

Puchheim – Das berühmte Ofenrohr unter dem Parsberg soll zusätzliche Gesellschaft bekommen. Der Kulturausschuss des Stadtrats genehmigte jetzt die Aufstellung eines weiteren Objekts auf der Landschaftsbrücke über der Bundesstraße.: einen Vogelkäfig.

Der Heimatverein „d’Buachhamer“ will  einen (aufgebrochenen) Vogelkäfig auf einer Stele montieren. Ein achtzeiliges Gedicht soll den Sinn der Installation erklären. Ein ungenannter Dichter hatte was von einem Vogel gereimt, der – aus seinem Gefängnis entkommen – nun die bessere Sicht habe als die Zurückgebliebenen, denen eben nur der Blick durchs Ofenrohr bleibe. So holprig die Verse, so konstruiert der Bezug zum originellen Ursprungskunstwerk.

Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) störte sich im Ausschuss aber an etwas anderem: Der öffentliche Raum wie zum Beispiel der städtische Grund am Parsberg stehe niemandem alleine zu, auch nicht einem verdienten Ortler Verein, sondern lebe von der „Gestaltungsvielfalt“. Im übrigen könne das Ganze ausarten und die Stadt reihenweise Skulpturen geschenkt bekommen, die sie dann auszustellen hätte.

Schon jetzt, so der Rathaus-Chef, würden ihm extrem viele Kunstwerke angedient: „Ich weiß gar nicht, wo ich die alle hintun soll.“ Und über die Qualität mancher Objekte müsste eigentlich nichtöffentlich gesprochen werden. Die Redner im Ausschuss teilten solche Skepsis nicht. Derartiges privates Engagement gehöre belohnt, nur dürfe halt am Parsberg nicht uferlos weitergebaut werden.

„D’Buachhamer“ hatten mit ihrem Ofenrohr aus Handwerksmeisterhand, das angelehnt an ein merkwürdiges bayerisches Sprichwort den Blicks ins Gebirge ermöglicht, für Furore gesorgt. Zum Ensemble gehören auch eine Baumelbank und ein Holzbulldog für die Kinder.

Die Idee fand Nachahmer bis nach Hattenhofen, wo nach Ortler Lesart ein „irgendgeartetes Ofenrohr“ an einer Hangkante aufgestellt werden soll. Der verlassene Vogelkäfig mit letzter Feder ist ausdrücklich auch dafür gedacht, sich von solchen Imitatoren abzusetzen.

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