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Bald kostenloser Internet-Zugang am Puchheimer Bahnhof

Puchheim – Mindestens zwei der künftig 10 000 bayerischen WLAN-Hotspots sollen in Puchheim zu finden sein. Nach einem entsprechenden Antrag der Grünen hat der Stadtrat jetzt beschlossen, sich für zwei freie und kostenlose, öffentliche Internet-Zugänge über das Förderprogramm BayernWLAN zu bewerben.

Ein Standort soll der Bahnhof sein. Dort hielten sich viele Menschen wegen der üblichen Wartezeiten oft länger auf, spottete Grünen-Sprecher Manfred Sengl. Der andere Hotspot wäre entweder am Grünen Markt oder am Rathaus. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diskutiert werden, ob die Stadt auf eigene Kosten weitere Zugangspunkte einrichtet.

Im Stadtrat gab es sogar einen kleinen Copyright-Streit um den ersten Anstoß zur öffentlichen WLAN-Nutzung. „Wer hat’s erfunden? Die CSU!“, meinte deren Fraktionsvorsitzender Thomas Hofschuster mit Verweis auf einen eigenen Antrag vom September 2014. Damals allerdings sei das Problem der „Betreiberhaftung“ noch nicht gelöst gewesen, weswegen der Ortsverband auch Heimatminister Söder („Markus, treib’ das mal voran!“) zur Eile gedrängt habe. Anders als die Grünen, die auch das Sportzentrum und den Maibaum in Puchheim-Ort als Hotspots vorgeschlagen hatten, war die CSU aber für die Alte Schule als Standort.

Weniger amüsiert waren die Freien Wähler, die zwar anerkannten, dass mit dem öffentlichen Netzzugang das Image der Stadt befördert und eine zusätzliche Dienstleistung für den Bürger angeboten werde. Nur gebe es an solchen Orten wieder keine Kommunikation der Menschen untereinander, sagte Fraktionssprecherin Michaela von Hagen. Viele Puchheimer kämen ohnehin kaum mehr vom Internet los. Ähnlich argumentierte Sonja Strobl-Viehhauser (CSU). Auch sie vermisst immer mehr, dass sich die Menschen „im Hier und Jetzt aufhalten“.

Für SPD-Fraktionschef Jean-Marie Leone ist es allerdings nicht Sache der Stadt, die Puchheimer zu einem vielleicht erwünschten Verhalten zu erziehen.

Laut Verwaltung bietet das BayernWLAN durchaus akzeptable Nutzungsmodalitäten. Ein Jugendschutzfilter ist vorinstalliert, der Datenschutz sei garantiert, die sogenannte Störerhaftung für strafbare Inhalte übernimmt der Provider.

Mit dem staatlichen Zuschuss von maximal 2500 Euro pro Hotspot dürften die Einrichtungskosten gedeckt sein. Allerdings muss die Kommune den bayerischen Rahmenvertrag mit Vodafone als Provider nutzen. Für weitere künftige Standorte sei auch ein lokaler Anbieter denkbar, der nach eigenen Angaben günstiger arbeite als das große Unternehmen, meinte Jens Tönjes, der geschäftsleitende Beamte im Rathaus.

Olf Paschen

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