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Jetzt stehen nur noch zwei Stangen da: Die nigelnagelneue Geschichtstafel auf dem Parsberg ist kaputt.

Puchheim

Bauhof-Gärtner fahren Geschichtstafel um

Es ist noch nicht lange her, da hat der Verein d’Buachhamer stolz seinen Geschichtspfad eingeweiht. Das Glück war nicht von allzu langer Dauer: Eine Info-Tafel wurde schwer beschädigt. Die Übeltäter gehören offenbar zum städtischen Bauhof.

Puchheim – Stinksauer waren einige Mitglieder des Vereins d’Buachhamer, als sie vergangene Woche Richtung Parsberg unterwegs waren. Die Tafel auf dem Ortler Geschichtspfad, mit der auf die Geologie der Gegend, die Umgehungsstraße und natürlich das Ofenrohr ins Gebirge hingewiesen wird, war abgerissen worden, die Querstreben der Installation fehlten, das Gestänge war schwer verbogen. Überraschenderweise kamen die vermeintlichen Vandalen aber wenig später an den Tatort zurück.

Hindernis übersehen

Die Gärtner des städtischen Bauhofs hatten nach dem Rasenmähen beim Rangieren rückwärts ein Hindernis übersehen. Schließlich war da bisher auch „noch nie was gestanden“, wie einer der Beteiligten zurecht meinte. Offenbar schuldbewusst hatten sie danach einen großen, schweren Spanngurt geholt, um die Edelstahl-Ständer wieder etwas geradezubiegen. Vergebens.

Bei den Ortlern sieht man das Malheur inzwischen gelassen, zumal die Übeltäter um Wiedergutmachung bemüht waren, der Schaden bei der Versicherung gemeldet ist und neue Ständer und neue Tafel bereits bestellt sind. Die Kosten sind mit geschätzt 500 Euro auch nicht immens. Und augenzwinkernd wird bei den Buachhamern auch darauf verwiesen, dass Bauhof-Missgeschicke ja nicht auf den kleineren Stadtteil beschränkt sind.

Vor ein paar Wochen ging bei der „thermischen Unkrautbekämpfung“ am Straßenrand die benachbarte Hecke des Pfarrhof-Gartens in Puchheim-Bahnhof in Flammen auf, auch ein Kirschbaum soll in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Hier war aber schnell Hilfe zur Hand: Aus dem Rathaus gegenüber wurde ein Feuerlöscher geholt.

Aber so etwas kann eben passieren. In der Puchheimer Bauhof-Leitung wird darauf verwiesen, dass man sich immerhin um insgesamt 10 000 Bäume und 110 Hektar Grünflächen in der Stadt kümmern müsse. „Wo gehobelt wird, fallen Späne,“ heißt es.  

Der Geschichtspfad des Vereins d’Buachhamer

Der Verein d’Buachhamer hat einen Geschichtspfad erarbeitet, der Spaziergängern eine Reise in die Vergangenheit von Puchheim-Ort ermöglichen soll. Auf insgesamt zehn Tafeln ist zu lesen, welche historischen Stätten es gab, beziehungsweise immer noch gibt. Die Vereine, vom Theaterverein bis hin zur Jagdgenossenschaft, haben Patenschaften übernommen. Die Stadt Puchheim hat das Projekt mit 6000 Euro bezuschusst. Die Kosten betrugen insgesamt 10 000 Euro. 

Die Stationen befinden sich am Kreutweg (Parsberg über Tunnel B2), bei der Alten Schule an der Augsburger Straße 6, an der Alten Bergstraße (bei der Abzweigung Fahrradweg/Unterführung an der Augsburger Straße), am Platz vor dem Friedhof, beim Maibaum an der Dorfstraße, bei der Entenbrunnenanlage an der Alten Bahnhofstraße, bei der Kapelle an der Mitterlängsstraße und am Laurenzerweg. Der Geschichtspfad ist Ende Juli feierlich eingeweiht worden. Es sprachen Bürgermeister Norbert Seidl und auch Buachhamer-Vorsitzender Johann Aichner bei der Veranstaltung. Informationen gibt es auf den Tafeln unter anderem über die Laurentiuskapelle, einen gruseligen Skelettfund und bajuwarische Gräber aus der Merowingerzeit.

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