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Eine Fahrradstraße im Münchner Westend.

Puchheim-Ort

Bei Bürgerversammlung: Kritik an Fahrradstraße und Vereinsheim

 Unsinnige Fahrradstraßen und sogar nach Meinung mancher Ortler ein überteuerter Vereinsheim-Neubau wurden angesprochen, aber mit wirklich großen Problemen scheinen die Bewohner des kleinsten Puchheimer Stadtteils nach wie vor nicht geplagt. 

Puchheim-Ort Rathaus-Chef Norbert Seidl (SPD) hatte auf einer mitunter sogar ganz heiteren Bürgerversammlung im voll besetzten Pfarrheim in Puchheim-Ort jedenfalls wenig Mühe, auf die einzelnen Kritikpunkte einzugehen. Und für eine Antwort bekam er sogar Zwischenapplaus.

Strafzettel

Über „Bürgerschikane“ und ein „armes Puchheim“ hatte sich schriftlich ein Teilnehmer beschwert, der lieber anonym bleiben wollte. Sein Fahrzeug stand nur „acht Zentimeter“ weit auf dem Gehsteig, trotzdem bekam er einen Strafzettel. Mit der kommunalen Verkehrsüberwachung verdiene man kein Geld, sondern wolle Spielregeln durchsetzen, die eben auch für alle gelten müssten, so Seidl. Und das nicht erst ab neun Zentimetern auf dem Gehweg.

Verkehr

Warum man statt ohnehin fast autofreier Nebenwege nicht die Augsburger Straße zur Fahrradstraße gemacht habe, wollte ein anderer Bürger wissen. Der Zweck einer Fahrradstraße sei nun mal nicht, den Durchgangsverkehr auszubremsen, sondern den Radlern eine sichere und schnelle Alternative zu bieten. Die ehemalige Bundesstraße mit ihren vielen Anwohnern sei dafür nicht geeignet.

Allerdings wünscht sich die Stadt Tempo 30 statt 50 in der alten Ortsdurchfahrt und hat auch zu diesem Zweck ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. Ergebnis: Statt heute an 20 von 51 Messstellen würden die Grenzwerte der Immissionsschutzverordnung nur noch an vier überschritten. Bei einer Geschwindigkeitsbeschränkung muss allerdings das Landratsamt mitmachen.

Brunnen

Reger Diskussionspunkt außerdem: Die Rutschgefahr für Kinder am bemoosten Brunnen im Dorf, die eine Bürgerin ansprach. Er würde stattdessen „an die Mütter appellieren, auf ihre Kinder aufzupassen,“ entgegnete ein anderer Ortler. Sein Nachwuchs sei gesund und groß geworden, ohne dort hinzufallen.

Schließlich noch ein Thema: Der Ausbau des SVP-Vereinsheims. Seidl hatte zwar selbst von Kopfschütteln im Stadtrat angesichts der Kosten von 1,4 Millionen Euro für vier weitere Umkleide-Kabinen berichtet. Und möglicherweise finde sich über die stadteigene Baugesellschaft WEP eine günstigere Lösung. Aber selbst ein alter Fußballer, nach seinen Worten dem Verein immer noch eng verbunden, sprach davon, dass man übers Ziel hinausschieße: „30 Jahre lang haben zwei Kabinen auch gelangt.“ Vonseiten des Vereins gebe es nun mal eine „klare Anforderungsliste“, bedauerte der Bürgermeister. (op)

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