Beim Secondhand-Faschingsmarkt findet jeder etwas

Wer sich Fasching gerne verkleidet, weiß: Dieses Vergnügen ist nicht immer billig. Abhilfe schaffen da Kostüme aus zweiter Hand. 

Puchheim – Die gab es bei einem großen Secondhandmarkt für einen guten Zweck in Puchheim, der weit über die Stadt hinaus bekannt ist. Bei 2000 Teilen wurden viele schnell fündig. Die Faschingssaison hat begonnen. Doch nicht jeder ist dafür bereits gerüstet, so mancher sucht noch nach einem schönen Kostüm, einem ausgefallenen Hut oder einer bunten Perücke. Im Pfarrzentrum St. Josef konnten Faschingsfreunde am Samstag fündig werden. Die Aktion Hoffnung hatte gemeinsam mit Campo Limpo zum Faschingsmarkt eingeladen. Das Angebot war riesig: Aus rund 2000 Teilen für Groß und Klein konnten die Besucher auswählen.

Dreijähriger will sich als Löwe verkleiden

Einer der Gäste war der kleine Laurenz aus Puchheim. Der Dreijährige wollte sich unbedingt als Löwe verkleiden. Ein entsprechendes Kostüm war auch schnell gefunden – zu einem günstigen Preis: Für 6,90 Euro konnte er es mit nach Hause nehmen.

Josef Sievernich aus Gröbenzell stöberte mit etwas Zeitdruck: Denn noch am selben Abend wollte er als Musketier gemeinsam mit Freunden feiern. Dafür fehlte ihm aber noch so manches Detail, lediglich Stulpen hatte er bereits entdeckt. Dass er den Rest auch noch finden würde, zweifelte er keine Minute an. Sievernich war nicht zum ersten Mal auf einem der Faschingsmärkte in Puchheim.

Der Veranstalter des Marktes, die Aktion Hoffnung, gastierte hier bereits zum achten Mal. Die Diözese Augsburg hatte 1986 die Aktion Hoffnung aus der Taufe gehoben. Mit Hilfe von Kleidersammlungen (zum Beispiel mit Containern) finanziert sie Bildungsaktionen in Afrika, Südamerika und Osteuropa.

Seit Jahren organisiert die Initiative zudem in ganz Bayern Faschingsmärkte. 60 an der Zahl waren es im vergangenen Jahr. 47 150 Euro wurden dabei eingenommen, die Entwicklungsprojekten weltweit zugute kommen.

Über den Erlös des Puchheimer Marktes kann sich außerdem der Entwicklungshilfeverein Campo Limpo freuen. Dieser unterstützt die 1983 von Franziskanerinnen gegründete Kindertagesstätte in Recife in Brasilien. 125 Kinder lernen darin für ihre Zukunft, bekommen zu essen und werden ärztlich betreut.

Über Puchheims Grenzen hinaus bekannt

Der Faschingsmarkt in Puchheim ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Annette Miller kam aus Alling. Seit Jahren fährt sie in der Faschingszeit her, um sich einzukleiden. Heuer ist sie auf der Suche nach einem Zaubererkostüm. Das passende Kleid und den richtigen Hut hat sie bereits gefunden, jetzt fehlt nur noch der Zauberstab.

Monika Wirth ist mit ihren Kindern aus Olching gekommen. Der Nachwuchs wurde schnell fündig. Die vierjährige Ida strahlte in ihrem Schmetterlingskostüm, ihr Bruder Paul ist glücklich in seinem Vampirumhang. Zu Hause liegen die passenden Zähne bereit – der Besuch des Stopserlballs im Estinger Pfarrsaal ist gesichert. Die Mutter der beiden freut sich: Die Auswahl auf dem Faschingsmarkt ist groß, größer als in manchem Geschäft. So kann auch eine Puchheimerin beladen mit einer prall gefüllten großen Tüte den Pfarrsaal verlassen. Sie hat vorgesorgt und 40 Euro ausgegeben, um Hüte, Kappen, Hosen und Oberteile zu erstehen. Damit will sie sich einen Fundus für diverse Verkleidungsaktionen für die Kinder aufbauen. (sus)

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