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Autor Robert Prosser bei seiner Lesung in Puchheim .

Lesung in Puchheim

Blind-Date-Lesung mit einem Literaten in Puchheim

Eine Blind-Date-Lesung mit Autor Robert Prosser gab es in der evangelischen Kirche in Puchheim. Anlass ist die Verleihung des Deutschen Buchpreises.

Puchheim – Ein neues Buch zu lesen ist ja immer wie die Begegnung mit einem Unbekannten. Aber zu einer Lesung zu gehen, von der man nicht weiß, welcher Autor dort auftritt, ist ein besonderes Blind Date. Rund 50 Menschen in Puchheim scheuten das Risiko am Freitagabend aber nicht und kamen zu einem der bundesweit nur neun Termine, auf denen – vorher nicht genannte – Kandidaten für den Deutschen Buchpreis ihr neues Werk vorstellen. Die Buchhandlung Bräunling war aus über 300 Bewerbern als einer der Veranstalter ausgelost worden.

Ihr Kommen bereuen mussten die Gäste auf keinen Fall. Robert Prosser aus Wien gehört zwar nicht zu den besonders namhaften deutschsprachigen Autoren unter den Buchpreis-Aspiranten. Und ob sein zweiter Roman „Phantome“ wirklich „große Literatur“ ist, wie Buchhändlerin Nicola Bräunling in ihrer Einführung versicherte, ließ sich anhand der Textproben nicht mit Gewissheit sagen. Aber der 33-Jährige bewegt sich mit seiner Geschichte des Bosnien-Krieges, dargestellt aus räumlicher und zeitlicher Distanz, thematisch noch in erzählerischem Neuland. Seine Lesung war zum größten Teil eine rezitative Performance.

Der Protagonist erlebt in Serbien Partys und auch Protestdemos

Auf und ab schreitend durch den Gottesdienstraum der evangelischen Kirche als Veranstaltungsort, dabei verhalten gestikulierend, stellte Prosser den Protagonisten seines Buches dar. Einen Graffiti-Sprayer aus Wien, der mit seiner jungen bosnischen Freundin 20 Jahre später das ehemalige Bürgerkriegsland bereist. Er erlebt Partys und Protestdemos, aber auch die Gedenkveranstaltung zum Massaker von Srebrenica. Davon berichtet er in einem atemlosen Sprechstil, der an Rap erinnert.

Prosser selbst kommt aus der Graffiti-Szene. Als Reisender hat er ein gutes Stück von der Welt gesehen, arbeitet in einem Netzwerk zur Förderung von Lyrik und Poesie. Zudem wurde er als Autor in seiner Heimat einige Male ausgezeichnet. Prosser gehört zu den zunächst 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis, der von der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse vergeben wird.

Die zehn Blind-Date-Lesungen sind als Vorab-Werbung gedacht. Sie finden außer beim Goethe-Institut in Kopenhagener und der Deutschen Bank Stiftung in Frankfurt nur in örtlichen Buchhandlungen statt.

von Olf Paschen

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