Karin Kamleitner will Bürgermeisterin werden. foto:Weber

Kommunalwahl Fürstenfeldbruck 2020

Bürgermeisterwahl 2020: Eine Frau fordert für die CSU Puchheims Bürgermeister heraus

Faustdicke Überraschung bei der Puchheimer CSU: Karin Kamleiter, erst seit fünf Jahren Stadträtin, wird im kommenden März SPD-Bürgermeister Norbert Seidl herausfordern. 

Puchheim – Die 54-Jährige Firmenkundenbetreuerin bei der Münchner Stadtsparkasse, wurde nach ihrer Vorstellungsrede bei der Nominierungsversammlung mit 27 von 30 Stimmen zur Bürgermeister-Kandidatin der CSU gewählt. Fragen oder eine Aussprache zu ihrer Bewerbung gab es nicht.

Die Wirtschaftsreferentin des Stadtrats nannte eine ganze Reihe von Gründen, warum sie sich zutraut, für das höchste Amt der Stadt zu kandidieren. Sie pflege gute Kontakte zu Mitbürgern aus allen Schichten, diskutiere gerne ohne deswegen alles zu zerreden, bringe gesunden Menschenverstand und geradliniges Denken mit. Sie verfüge auch über eine gute Gesundheit: Ihre Spitzenzeit über zehn Kilometer beim letzten Puchheimer Volkslauf befähigen sie auch zu Marathonsitzungen.

Zu ihren Zielen als Bürgermeisterin gehören die Unterstützung des örtlichen Gewerbes wie auch die Förderung örtlicher Vereine und bayerischer Traditionen: Es sei schade, dass ein Martinszug heute als Lichterfest fungieren müsse. Außerdem will sie sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen und das Thema Nachhaltigkeit „nicht den Grünen überlassen“.

„Der jetzige Bürgermeister macht seine Sache gut,“ sagte Kamleiter. Es werde schwer werden, ihn abzulösen. Sie vertrage sich allerdings gut mit den anderen, kleineren Fraktionen im Stadtrat, deren Unterstützung man in einer eventuellen Stichwahl auch brauche. Außerdem rechne sie mit einem Frauenbonus, der einige Prozente bringen werde. „Ich möchte alle mitnehmen, es aber auch nicht allen recht machen,“ meinte sie zum Schluss ihrer Vorstellung.

Der Fraktionsvorsitzende Thomas Hofschuster meldete sich nur zu einem kurzen Rechenschaftsbericht aus dem Stadtrat zu Wort. Seine eigene Kandidatur hatte der 43-Jährige – wie er dem Tagblatt berichtete – erst am selben Tag zurückgezogen. Während er voller Tatendrang in den Startlöchern gestanden sei, habe der Ortsvorstand keinerlei inhaltliche oder organisatorische Vorbereitungen für einen Wahlkampf getroffen. Zudem fehle es an einem vertrauensvollen Miteinander. Ausschlaggebend war offenbar eine Sitzung vom Sonntag vor einer Woche, als Hofschuster keine ausreichende Unterstützung für seine Bewerbung als Bürgermeisterkandidat fand. Außerdem wolle er als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Puchheim nicht in eine parteiinterne Schlammschlacht verwickelt werden.

Hofschuster, der seit 17 Jahren im Stadtrat sitzt, davon die letzten elf als Sprecher der CSU, will seinen Posten als Fraktionsvorsitzender aufgeben. Mit zwei Alphatierchen in einer Partei könne man nicht arbeiten. Sein Stadtratsmandat will er aber behalten.

Vorsitzender der Puchheimer CSU bleibt Markus Hammer, der von Alt-Bürgermeister Erich Pürkner zur Wiederwahl vorgeschlagen wurde. Mit seinen Einladungen an umstrittene Gastredner trage er dazu bei, diskussionsfähige statt gleichgeschaltete Mitglieder zu erziehen. Sein Vize bleibt Stadtrat Christian Olschowsky. Neu als Stellvertreter fungieren Thorsten Heil und der ehemalige Vorsitzende der Sportfreunde Puchheim, Peter Nitschke.

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