Engagiert für die Junge Union Puchheim: (v.l.) CSU-Bürgermeisterkandidatin Karin Kamleiter, Stefan Feuerlein, Dominik Schneider, Ramona Fruhner-Weiß und Alexander Georg sammeln Sachspenden für die Tafel und die Pfotenhelfer.

In Puchheim

Herzlicher Abschied: CSU-Stadträtin findet keine Wohnung - und muss Gremium verlassen

Obwohl es rechtlich eigentlich gar nicht möglich ist, wollten nicht weniger als fünf Mitglieder von CSU und Freien Wählern ihre junge Kollegin nicht ziehen lassen. 

Puchheim – Aber trotz der Gegenstimmen wurde Ramona Fruhner-Weiß, die Kulturreferentin des Puchheimer Stadtrats, in der jüngsten Sitzung von ihrem Mandat entbunden. Die frisch verheiratete 30-jährige Umweltplanerin, lange Zeit für höhere Aufgaben in der CSU gehandelt, hatte mit ihrem Mann über ein Jahr lang vergeblich nach einer erschwinglichen Bleibe in der Stadt gesucht. Jetzt zieht sie nach Vierkirchen im Landkreis Dachau.

Lange Abschiedsworte

Tränen flossen zwar keine, aber für die nur fünf Jahre, die sie dem Stadtrat angehörte, fielen die Abschiedsworte der Kollegen ungewöhnlich lang aus – und herzlich. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) sprach von Engagement, Humor, aber in manchen Dingen auch einer gewissen Bestimmtheit, die Fruhner-Weiß ausgezeichnet habe: „Sie waren eine Bereicherung und eine Belebung.“ Laut SPD-Sprecher Jean-Marie Leone treibe die Sehnsucht ja viele ehemalige Puchheimer wieder zurück in die Stadt. Vorerst aber könne er der Kollegin viel Erfolg wünschen: „Denn Du wirst uns ja nicht mehr gefährlich.“ Auch Michaela von Hagen (FW) glaubt, von der Jung-Politikerin noch zu hören, denn wenn man einmal Blut geleckt habe, komme man nicht mehr los. Manfred Sengl (Grüne), ein Nachbar aus der Birkenstraße, legte Wert auf die Feststellung, dass man Fruhner-Weiß nicht vergrätzt habe. Schade sei es dennoch, dass eine Stimme der Jugend fehlen werde, zumal auch Stadtrats-Junior Benjamin Schemel (SPD) seinen Rückzug für den Herbst angekündigt hat. Reinhold Koch (ubp) versprach, mal mit dem Radl im Dachauer Hinterland vorbei zu kommen und CSU-Sprecher Thomas Hofschuster missbilligte ausdrücklich, dass die Kollegin „weggeheiratet“ werde.

„Dankeschön aus vollem Herzen“

Fruhner-Weiß selbst sagte in ihren Abschiedsworten „aus vollem Herzen Dankeschön“, ein persönlicher Dank galt den Kollegen Sengl und Max Keil (ubp). Sie hätte sich vorstellen können, in Puchheim alt zu werden, acht Jahre in der Stadt hätten sie geprägt.

In der CSU-Fraktion folgt ihr Christian Stadler nach. Der 35-jährige Einsatzplaner bei der Polizeiinspektion Germering war für kurze Zeit auch schon mal Ortsvorsitzender der CSU. Der eigentlich erste Nachrücker, Michael Hahn, ein Gastronom, der gerade ein neues Restaurant in Österreich eröffnet, sagte aus beruflichen Gründen ab.

Für das freiwerdende Kulturreferat will die CSU Vize-Bürgermeister Rainer Zöller vorschlagen, der auch schon das Volksfestreferat bekleidet. Fraktionschef Hofschuster bleibt, anders als in der ersten Enttäuschung nach der zurückgezogenen Bürgermeister-Kandidatur geäußert, nun doch im Amt. Dies sei der Wunsch der Kollegen, außerdem gebe es weniger Konfliktpotenzial als erwartet mit Bürgermeister-Kandidatin Karin Kamleiter, sagte er dem Tagblatt.  (Olf Paschen)

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