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Hinweis auf die Gefahr: In Puchheim hängen an allen Spielplätzen diese Hinweisschilder.

Unbedingt absetzen

Gefahr auf dem Spielplatz: Deshalb sollten Kinder auf keinen Fall Helm tragen

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Auf dem Fahrrad können sie Leben retten. Beim Spielen auf dem Spielplatz sollten Kinder ihre Fahrradhelme aber unbedingt absetzen.

Puchheim – Die junge Mutter Amelie Dikoff aus Olching genießt einen schönen Sommertag mit ihrem 14 Monate alten Sohn Pepe auf dem Spielplatz. Neben ihr auf der Bank liegt der Fahrradhelm des Kleinen. Ganz automatisch und ohne das Schild am Eingang zu bemerken hat sie ihm den Kopfschutz vor dem Spielen abgenommen.

Tragischer Unfall in Augsburg

Doch die Warnschilder mit dem durchgestrichenen Helm haben einen traurigen Hintergrund. Vor einigen Jahren starb in Augsburg ein kleines Mädchen, weil es beim Spielen durch die Maschen einer Hängebrücke gerutscht war und mit dem Fahrradhelm stecken blieb. Der Riemen, der den Helm eigentlich sicher auf dem Kopf halten soll, strangulierte das Mädchen, so dass es keine Luft mehr bekam. Aber auch Schlüsselbänder oder Kordeln an Anoraks können zur tödlichen Gefahr werden. Wie oft es jährlich zu solchen Unfällen kommt, darüber gibt es keine detaillierten Zahlen. Doch auf das Problem hinzuweisen ist dennoch sinnvoll.

Viele Gemeinden sind sich der Gefahr bewusst und warnen ihre Bürger aktiv. So kann man auf der Website der VG Mammendorf ein Infoblatt zu diesem Thema finden. In Puchheim ist man vergangenes Jahr wieder auf das Problem aufmerksam geworden. „Der Hinweis kam von der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB)“, erklärt ein Vertreter der Stadtverwaltung. „Seitdem stehen an allen unserer 19 Spielplätze die Hinweisschilder.“

Obwohl die KUVB nur bei Unfällen haftet, die in Kitas, Kindergärten und Schulen stattfinden, ist es ihr doch ein Anliegen, über diese Gefahr aufzuklären. Bereits seit Jahren informiert die Versicherung Kommunen und Interessierte, erklärt Eugen Maier von der KUVB. Ein Flyer zu dem Thema ist bereits mehrere tausend Male auf der Internetseite aufgerufen worden.

„Man kann den Leuten doch nicht das Denken abnehmen“

Auch der TÜV beschäftigt sich mit dem Problem, kann jedoch nicht selbst tätig werden. Spielplatzexperte Franz Danner erklärt: „Die Abstände an den Spielgeräten wird durch die DIN EN 1176 festgelegt. Dort steht jedoch nichts von einem Helmverbot.“ Er verweist darauf, dass es in der Regel Hinweise über den richtigen Gebrauch in der Bedienungsanleitung von Sicherheitshelmen geben sollte.

Die 31-jährige Amelie Dikoff findet ja grundsätzlich die Sicherheitshinweise gut, denkt jedoch, dass man mit gesundem Menschenverstand wissen sollte, dass durch Helme und Bänder Gefahren auf dem Spielplatz entstehen können. Obwohl sie das Hinweisschild am Spielplatzeingang nicht entdeckt hat, ist ihr klar, dass man Kindern vor dem Spielen die Helme abnehmen sollte. Für sie geht aber der Sicherheitswahn ein wenig zu weit. „Man kann den Leuten doch nicht das Denken abnehmen“, sagt die 31-Jährige.

Weil einige von ihnen keinen Helm trugen, weigerte sich unser Fotograf, eine Gruppe Radfahrer abzulichten. Ein korrekte Haltung, findet Merkur.de-Redakteur Florian Prommer.

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