Die Karte aus dem Jahr 1613 zeigt neben der Puchheimer Himmelfahrtskirche (r.) auch die von Germering.	repros: san
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Die Karte aus dem Jahr 1613 zeigt neben der Puchheimer Himmelfahrtskirche auch die von Germering.

Historie

Die beiden ältesten Gebäude Puchheims

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Die Pfarrei Maria Himmelfahrt blickt auf eine lange Historie mit zahlreichen Umbrüchen zurück. Eine Konstante blieb die ganze Zeit bestehen.

Puchheim – Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Puchheim-Ort hat ihr Erscheinungsbild im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Sie wurde erweitert, umgestaltet und sogar neu gebaut. Eine Konstante blieb in ihrer gesamten Geschichte der Kirchturm. Er ist gotischen Ursprungs, stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und ist einer der ältesten Kirchtürme im ganzen Landkreis.

Die Pfarrei selbst ist sogar noch älter und gilt als Urpfarrei. Sie wurde erstmals 1315 im sogenannten Konradinischen Matrikel des Bistums Freising erwähnt, das sämtliche bischöfliche Güter mit ihren Einnahmen aufführt. Zur Puchheimer Kirchengemeinde gehörten bis 1824 zudem die Filialkirche Steinkirchen mit der Ortschaft Planegg und die Wallfahrtskirche Maria Eich. Auch Hoflach und die Kirchengemeinde von Puchheim-Bahnhof waren bis 1925 beziehungsweise 1963 Bestandteil der Pfarrei Maria Himmelfahrt.

Wurde 1928 bis auf den Turm abgetragen: die alte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

Auf eine lange Geschichte blickt auch das Pfarrhaus zurück. Es wurde um 1684 errichtet und ist damit nach dem Kirchturm das älteste Gebäude in Puchheim. Dazu gehörte der Pfarrhof mit einer nicht unbeträchtlichen Ökonomie, die vom jeweiligen Pfarrer bis 1868 bewirtschaftet wurde.

Das Kirchenschiff in seiner heutigen Form entstand dagegen 1928. Der Vorgängerbau mit seiner barocken Ausstattung war 1785 bereits erweitert worden, weil das Laurenzi-Gotteshaus an der heutigen Eichenauer Straße abgerissen worden war. Im April 1928 wurde die Kirche, die für die Gemeinde zu klein geworden war, bis auf den Turm komplett abgetragen. Im Juni erfolgte die Grundsteinlegung und bereits im September konnte Kardinal Michael Faulhaber das neue Gotteshaus einweihen.

Die Baukosten, die die Bevölkerung Puchheims trug, beliefen sich auf 70 000 Reichsmark. Es war ein sogenannter Saalbau, also ein Innenraum ohne Stützsäulen, mit eingezogenem Chor entstanden. Etliche Ausstattungselemente wie der Taufstein, die Heiligenfiguren und die Bänke stammten aus der Vorgängerkirche.

Kirche wurde als kahl empfunden

Seit dem Neubau fanden drei Innenrenovierungen statt. 1953 und 1976 wurden unter anderem der Hochaltar und die Seitenaltäre entfernt. 2002 erhielt der Innenraum die heutige Gestaltung. Die Kirche wurde als kalt und kahl empfunden, viele Heiligenfiguren hingen einsam an großen, weißen Wänden. Viele Elemente standen zudem ohne erkennbare Struktur nebeneinander. Von 1996 bis 1998 erarbeitete die Pfarrgemeinde ein Konzept für eine Umgestaltung.

Der Taufstein wurde aus seinem Schattendasein geholt und zentraler positioniert. Über ihm befindet sich als Zeichen für den Himmel ein hellblaues Rund. Die bestehenden Gemälde von Michael Weingartner wurden in ein Farbkonzept eingebunden: Zwischen den helleren Deckenbildern befinden sich hellblaue Elemente. Die Kreuzwegstationen dagegen hängen im hinteren Teil der Kirche an den Seitenwänden. Sie sind dunkel und ein Gegenpunkt zum Himmelblau an der Decke. Das zieht sich durch den ganzen Raum. Im unteren Bereich sind die Farben schwerer, dunkler, aber auch wärmer. Weiter oben lichten sich die Farben und werden heller, aber auch kühler.

Die Heiligenfiguren wurden so umgestellt, dass sie die Bilder ergänzen und der Kirchenraum für die Gläubigen als Ganzes erfahrbar ist. Von einer Verlegung des Altar, die ebenfalls im Gespräch war, rückten die Verantwortlichen wieder ab. Dafür entschieden sie sich für den Einbau einer neuen Orgel. Pfarrkirche und Pfarrhaus stehen heute unter Denkmalschutz.

Die Serie

Die Geschichte Puchheims reicht bis ins Jahr 950 zurück. Im Tagblatt blickt der Kulturverein d’Buachhamer auf die wichtigsten historischen Ereignisse und die Entwicklungen des Ortes zurück. Wer vor Ort einen Eindruck bekommen will, kann die 22 Stationen des Geschichtspfads besuchen.

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