Drei Jahre hat Thomas Maier-Eschenlohr getüftelt. Jetzt ist seine Verpackung ein Erfolgsmodell. Foto: akk

Diese Kiste wächst auf dem Feld

Puchheim – Stroh statt Styropor: Mit dieser Verpackungsidee punktete die Firma Landpack – und holte sich den mit 10 000 Euro dotierten Förderpreis des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Hat die Box ausgedient, taugt sie immer noch für die ausgefallensten Verwendungszwecke.

Die Ernte des Verpackungsmaterials läuft auf Hochtouren. Mähdrescher sind allerorten unterwegs, das Getreide wird eingefahren. Dabei fällt jede Menge Stroh an. Und genau diese Halme sind der Stoff für die neuartige Verpackungsidee des Puchheimer Start-Up-Unternehmens Landpack. Wobei: „Stroh ist ja nicht gleich Stroh – nicht jede Getreidesorte eignet sich für unsere Landbox“, weiß Geschäftsführer Thomas Maier-Eschenlohr.

Verschiedene Gerstensorten oder Stroh vom Emmer sind die Favoriten des Diplomingenieurs, denn: Deren Halme wachsen höher als andere. Das Sprichwort „Die Spreu vom Weizen trennen“ dröselte er quasi von hinten auf: Drei Jahre lang tüftelte der Inhaber der Firma Landpack gemeinsam mit seiner Frau Patricia an seinem Patent. Schließlich galt es für den Maschinenbauer, den Produktionsweg zu automatisieren und vom Handmade-Prototyp aus erfolgreich in die Serienproduktion zu starten.

Die Nähe zum nachwachsenden Rohstoff Stroh, sprich die Materialwahl, mag auch in Thomas Maier-Eschenlohrs Abstammung begründet liegen: Seine Eltern sind Landwirte, betreiben den Eibel-Hof in Puchheim-Ort und sind Direktvermarkter. „Auf den Wochenmärkten und im Hofladen fragten die Kunden immer wieder nach, ob es nicht möglich wäre, die Fleisch- oder Wurstwaren auch direkt nach Hause geliefert zu bekommen“, erzählt der 36-jährige Jungunternehmer.

Längst boomt der Heimlieferservice im Lebensmitteleinzelhandel ganz generell. Doch: Beim Verbraucher landen nach der Bestellung – etwa via Internet – nicht nur die Nahrungsmittel, sondern auch jede Menge Verpackungsmüll. Der muss anschließend mühevoll bei den Wertstoffhöfen entsorgt werden.

Anders bei der Landbox: Das darin gepresste Stroh ist nicht verklebt und entweder mit abbaubarer Biofolie oder einem speziellen Vlies umhüllt. Es besticht schon beim ersten Blick durch seinen ökologischen Nutzen, obwohl es sich um ein Einweg-Produkt handelt.

„Die Endverbraucher gehen sehr erfinderisch mit der Landbox um: Sie benutzen das Verpackungsmaterial als Einstreu für ihre Haustiere, als Pferdeleckerli, Sitzkissen oder für die Wege zwischen den Gartenbeeten“, erzählt Thomas Maier-Eschenlohr. Die direkten Rückmeldungen der Endverbraucher erreichen ihn zahlreich per E-Mail und das, obwohl er mit seiner Landbox nur in Verhandlungen mit den Händlern ist.

„Die Rückmeldungen sind durch die Bank positiv – die Endkunden freuen sich einfach, dass sie mit der Landbox auch nach der Lieferung noch etwas Sinnvolles anfangen können“, freut sich der Puchheimer Thomas Maier-Eschenlohr. So gesehen hat nicht nur das Landwirtschaftsministerium entschieden, sondern auch die Kunden von Landpack.

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