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Martin Bickl übernimmt kommissarisch den Pfarrverband Puchheim.

Eichenaus Geistlicher übernimmt zusätzlich Pfarrverband Puchheim

Ein Pfarrer leitet künftig zwei Pfarrverbände

Bisher hat Eichenaus Pfarrer Martin Bickl rund 6700 Katholiken im Pfarrverband Eichenau-Alling betreut. Knapp 8200 aus Puchheim kommen ab Oktober hinzu. Eine Entwicklung, die den Gläubigen durchaus Sorgen macht.

Eichenau/Puchheim – Seit 2011 leitet Pfarrer Martin Bickl bereits den Pfarrverband Eichenau/Alling. Nun soll er ab 1. Oktober zusätzlich die Leitung des Pfarrverbands Puchheim übernehmen – allerdings nur kommissarisch bis 30. September 2018. Das teilt das Erzbischöfliche Ordinariat München mit.

Doch selbst dort ist man skeptisch, ob es wirklich nur bei dieser Übergangslösung bleiben wird. „Derzeit werden im Bereich des Ordinariats 35 Pfarrverbände von Nachbarpfarreien mitbetreut“, teilt eine Sprecherin auf Tagblatt-Nachfrage mit. Insgesamt gibt es im Zuständigkeitsbereich des Ordinariats 220 Pfarrverbände. Grund für solche Maßnahmen ist der Priestermangel. So sei die Stelle des Pfarrverbandsleiters von Puchheim bereits zweimal ausgeschrieben worden. „Es hat sich aber niemand gemeldet“, so die Sprecherin. Daraufhin sei nun die Anordnung erfolgt, dass Bickl den Pfarrverband für ein Jahr übernehmen soll.

Ulrich Bach wechselt von Puchheim nach Menzing.

Schon deutlicher äußert Hubert Echensperger, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats (PGR) der Eichenauer Schutzengelkirche, seine Sorge, dass das Provisorium zu einem Dauerzustand werden könnte. Es sei ja bisher schon viel versucht worden. Da sei es schwierig, dass sich innerhalb eines Jahres etwas ändere. „Ich befürchte schon, dass sich der Pfarrverband letztendlich verdoppeln wird“, so Echensperger. Der evangelischen Pfarrer Christoph Böhlau sieht das ähnlich: „Die Entwicklung hin zu immer größeren Gebilden darf nicht die Zukunft sein.“

Der seit sechs Jahren bestehende Pfarrverband Eichenau-Alling laufe auf einem guten Kurs, so Echensperger. „Man kann sagen, dass es sich gut eingespielt hat und ein gutes Miteinander entstanden ist.“ Es seien passende Regelungen für die Sonntags-Gottesdienste gefunden, für Hochfeste sei ein Wechsel zwischen der Schutzengel-Kirche in Eichenau und der Pfarrei Mariae Geburt in Alling vereinbart. Sogar ein Fahrdienst sei eingeführt worden, um den Gläubigen die Teilnahme am kirchlichen Leben zu erleichtern.

Dass Pfarrer Bickl nun noch mehr Verantwortung bekommt, bezeichnet der PGR-Vorsitzende „als gewaltige Aufgabe“. Wie die ausgeführt werde, liegt laut Ordinariat im Ermessen des Pfarrverbandsleiters. Zumindest wird Entlastung für Pfarrer Bickl in Aussicht gestellt. „Es ist angedacht, einen zusätzlichen Priester für Wochenend-Zelebrationen einzustellen“, so die Sprecherin.

Bei den Katholiken in Puchheim ist die Entscheidung des Ordinariats, den scheidenden Pfarrer der beiden Gemeinden St. Josef und Maria Himmelfahrt zumindest zunächst nicht zu ersetzten, auf wenig Begeisterung gestoßen. Laut der Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Roswitha Fischer aus Puchheim-Bahnhof richten sich die Vorbehalte aber nicht gegen den neuen, kommissarischen Pfarrverbandsvorsitzenden Martin Bickl.

In Puchheim stehen gleich mehrere Personalwechsel an. Am kommenden Sonntag wird nach 15 Jahren im Amt Pfarrer Ulrich Bach endgültig verabschiedet, der in seiner Gemeinde durchaus beliebt war und nicht ganz aus freien Stücken Leiter vom Pfarrverband Menzing wird. Dieser gehört zum Dekanat Nymphenburg. Wer Bach als stellvertretender Dekan im Dekanat Fürstenfeldbruck nachfolgt, ist noch offen.

Außerdem geht Diakon Ulrich von Wurmb-Seibel in den Ruhestand. Verstärkung kommt zum 1. Oktober aus Gröbenzell mit Peter Förster, einem hauptamtlichen Vize-Offizial im Ordinariat, der an Sonn- und Feiertagen aushelfen soll. Nach Informationen aus der Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt in Puchheim-Ort können die bisherigen Gottesdienste-Temine auch künftig zumindest „weitgehend“ eingehalten werden.

Von Hans Kürzl und Olf Paschen

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