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Seit Jahen in der Diskussion: Die Aussegnungshalle am Eichenauer Friedhof. Nun wird das Gebäude saniert und auch vergrößert.

Wegen Sanierung der Aussegnungshalle

Zum Trauern in die Nachbarstadt

Bis Allerheiligen wird die Aussegnungshalle am Eichenauer Friedhof saniert. In dieser Zeit können Trauerfeiern nur in den Kirchen stattfinden. Trauernde, die keine christliche Feier möchten, müssen nach Puchheim ausweichen.

Eichenau/Puchheim – Die Alternative für die trauernden Angehörigen, die keiner Konfession angehören oder im Sinne des Verstorbenen auf eine christliche Trauerfeier verzichten, müssen für die Feierlichkeiten nach Puchheim fahren, genauer gesagt zum Schopflach-Friedhof. Dazu gibt es zwischen den beiden Kommunen eine Abmachung.

Die ist bislang aber nur einmal in Anspruch genommen worden, sagt Martin Lehner, der im Puchheimer Rathaus unter anderem für die Friedhöfe zuständig ist. „Wir werden diese Möglichkeit aber anbieten, solange es die Eichenauer brauchen.“ Der bürokratische Aufwand halte sich nicht nur wegen der geringen Nachfrage der Eichenauer in Grenzen. „Das meiste erledigen doch die Bestattungsunternehmen“, erklärt Lehner. Die Stadt erhebe lediglich die Gebühr. Insgesamt werde die Aussegnungshalle im Schopflach-Friedhof gut genutzt. Etwa 100 mal im Jahr finden laut Lehner dort Trauerfeiern statt, bei denen bis zu 80 Gäste Platz finden können.

Evangelische Trauerfeiern finden meist in der Kirche statt

Für die evangelische Friedenskirche bringt die Sanierung der Aussegnungshalle nicht große Unannehmlichkeiten mit. Denn mehrheitlich finden die Trauerfeiern in der Kirche statt, erklärt Pfarrer Christoph Böhlau. „Früher war das noch anders. Da fanden die Feiern meist im Friedhof statt.“ Mittlerweile seien es rund 60 Prozent der Trauerfeiern, die im Gotteshaus abgehalten werden, Tendenz steigend. Zumal es seit rund zehn Jahren leichter möglich ist, den Sarg in die Kirche bringen zu lassen. „Beim Gang zum Friedhof und zum Grab kann man dann seine Gedanken noch einmal sammeln“, so Böhlau.

Bei der Friedenskirche kann man zum Beispiel Teelichter an der Osterkerze anzuzünden, einem Symbol der Wiederauferstehung. „Ein wichtiges Element der Trauer“, sagt Böhlau. Es helfe, Zeit für sich zu finden.

Der neuen Aussegnungshalle sieht Böhlau „mit positiven Gedanken“ entgegen, weil sie mehr Platz bieten wird. Zudem sei die Raumgestaltung, bei der die beiden Kirchen ihre Wünsche einbringen konnten, wärmer. Dies meint Böhlau durchaus auch im wahrsten Sinne des Wortes. „Bei Wind und Wetter hat man sich schon nach einer neuen Aussegnungshalle gesehnt“, gesteht der evangelische Pfarrer.

Sanierung der Eichenauer Aussegnungshalle kostet 650 000 Euro

Bei der katholischen Schutzengel-Kirche verwies das Pfarrsekretariat auf die Homepage der Schutzengelkirche. Man erklärte lediglich: „Organisatorisch spielt es für uns keine Rolle, ob die Trauerfeier in der Kirche oder in der Aussegnungshalle stattfindet.“

Deren Sanierung wird sich nach Angaben der Architekten Christine und Christian Peter auf rund 650 000 Euro belaufen. Beim Beschluss zur Sanierung im Oktober 2015, der bei sieben Gegenstimmen aus den Reihen der Grünen und Teilen der SPD gefasst wurde, war von insgesamt unwürdigen Verhältnissen die Rede gewesen. Insbesondere in der Kritik standen das geringe Platzangebot für Trauernde und die sanitären Anlagen. In den Jahren zuvor war stets nur das Notwendigste behoben worden, so dass über die Aussegnungshalle in regelmäßigen Abständen diskutiert worden war.

von Hans Kürzl

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