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Knapp 30 Jahre hat das Haus Elisabeth bereits auf den Buckel. Es muss dringend umgebaut werden, um den heutigen Standards zu genügen. 

In Puchheim

Ein ganzer Trakt für Einzelzimmer?

Das Pflegeheim St. Elisabeth in Puchheim muss dringend fit für die Zukunft gemacht werden. Doch das ist nicht so einfach. Mehrere Optionen sind möglich – unter anderem könnte das Grundstück an der Allinger Straße in Erbpacht vergeben werden.

Puchheim Der Stadtrat beschloss jüngst, auch diese Möglichkeit prüfen zu lassen. Es wäre ein Mittelweg zwischen einem Um- und Teil-Neubau auf Kosten der Stadt und einem Komplettverkauf an einen interessierten Investor. Grundsätzlich ist die Kommune nicht für die Versorgung von pflegebedürftigen Älteren zuständig. Erklärter Wille der Stadtratsgremien ist aber seit Längerem, die existierenden 130 Plätze weiter vorzuhalten. Bisheriger Träger der Einrichtung ist eine Tochtergesellschaft des Diakonischen Werks.

An einem Umbau des Altenheims führt über kurz oder lang kein Weg vorbei. Auch wenn das Haus außen wie innen einen gepflegten Eindruck macht: Nasszellen sind nicht mehr nach heutigen Standards barrierefrei, Wasserleitungen und Heizungsanlage veraltet, vor allem aber genügt das Verhältnis von Ein- und Zweibett-Zimmern nicht mehr den neuen Anforderungen. Statt einem Doppelzimmer auf drei Einzelzimmer ist die Quote in St. Elisabeth fast umgekehrt. Da aber eine bloße Neuaufteilung mittels der Versetzung von Wänden aus statischen Gründen ausscheidet, machte ein Fachbüro Vorschläge für Abriss und Neubau des Gebäude-Mitteltrakts, der dann vor allem für Einzelzimmer zur Verfügung stünde. Die Kosten allerdings ließen die Politiker schlucken: 20 bis 25 Millionen Euro.

Zwar sind andere Varian–ten deshalb noch nicht gänzlich vom Tisch, der Stadtrat will nun aber das Erbbau-Modell näher untersuchen lassen. Die Stadt bliebe Eigentümerin, könnte aber dem Unternehmen mit dem attraktivsten Konzept viele Freiheiten lassen. Zuvor sind aber die unterschiedlichsten Fragen zu klären: Etwa die Dauer einer solchen Vereinbarung, wohl eher ein Vierteljahrhundert als die üblichen 99 Jahre. Welche Anforderungen könnte die Stadt in einer Ausschreibung an einen Investor stellen? Wären weitere soziale Dienste – auch eine Tagespflegestation war schon einmal im Gespräch – denkbar? Und inwieweit können die an das Heim angegliederten Sozialwohnungen für Ältere, die auf jeden Fall erhalten werden sollen, aber baulich eng mit dem Pflegeheim verbunden sind, in ein Konzept integriert werden?

Zur Prüfung all dieser Fragen soll externer Sachverstand hinzugezogen werden, wie es im Rathaus heißt. Dabei seien auch kreative Lösungen etwa für das Miteinander von Wohnen und Pflege willkommen. Unter Zeitdruck steht die Stadt nicht. Für die Umgestaltung der Pflegeheime zu mehrheitlich Einzelzimmer-Einrichtungen gibt es Anpassungsfristen bis zu 25 Jahren. (op)

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