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Der Park mit Wohnhaus

In Puchheim

Ein Park mit Naschgarten und Kunstatelier

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Das Bründl-Anwesen ist eine malerische grüne Oase mitten im Puchheimer Wohngebiet. Auf Wunsch der einstigen Besitzerin soll dieser Charakter auch möglichst für immer erhalten bleiben – trotz Wohnungsnot. Nun wurden die besten Ideen für die zukünftige Gestaltung prämiert.

Die beiden Studentinnen Lotte Lehner (l.) und Christine Wegscheider freuen sich über den ersten Platz im Wettbewerb zur Umgestaltung des Bründl-Anwesens. In der Jury saß auch Heinz Nebl.

Puchheim – In Zeiten von Nachverdichtung, Wohnungsmangel und Flächenversiegelung eine grüne Zuflucht mitten in einer Wohngegend zu finden, ist fast so selten wie ein Sechser im Lotto. Doch genau das war der letzte Wille der Puchheimer Fotografin Tamara Bründl. Wie aus ihrem Grundstück mal ein natürlicher Begegnungsort für die Puchheimer werden kann, damit haben sich Landschaftsarchitekturstudenten der TU München (TUM) in einem Wettbewerb beschäftigt. Der Gewinnerbeitrag verbindet das künstlerische Erbe Bründls mit gewolltem Wildwuchs.

„Puchheim öffne Dich“

„Puchheim öffne dich“ ist der märchenhafte Name des 1. Platzes – eingereicht von den Masterstudentinnen Lotte Lehner und Christine Wegscheider. „Im Entwurf werden Qualitäten, die bereits vor Ort wahrgenommen wurden, aufgegriffen", sagt Wegscheider bei der Präsentation ihres Beitrags. Die Stadt im Speckgürtel Münchens sei schon immer eine Pendlerstadt gewesen. So soll nun eine Allee am westlichen Rand des Grundstücks als Galerie fungieren – ein freier Weg zum S-Bahnhof also.

Pavillon für Ausstellungen

Auch Puchheims Titel als „Essbare Stadt“ haben die beiden Frauen in Form von Naschgärten im Süden des Anwesens Rechnung getragen. Dort, wo heute das ehemalige Wohnhaus Bründls steht, soll ein Künstlerpavillon mit umschließender Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche entstehen. „Eine Bebauung war zwar in der Aufgabenstellung nicht vorgesehen, aber uns gefällt, dass der künstlerische Hintergrund Bründls aufgenommen wurde“, erklärt Projektbetreuer und Jurymitglied Martin Augenstein.

Für ihren ersten Platz bekamen die beiden Studentinnen eine Prämie von 1000 Euro von der Bürgerstiftung, der das Grundstück zur Umsetzung des Testaments Bründls vermacht wurde, überreicht. „Leider müsst ihr euch das Geld teilen“, scherzte Stiftungs-Vorsitzender Heinz Nebl.

Auf den zweiten Platz mit dem Namen „Exseed“ der Bachelorstudenten Christoph David Friedrich und Vincent Wenk entfiel ein Preisgeld von 600 Euro. Den dritten Platz belegte Amelie Kessler mit dem Entwurf „Puchheim Outdoor Culture“ und bekam 250 Euro.

„Alle acht eingereichten Beiträge waren nur Millimeter von einander entfernt“, betonte Nebl, der auch in der Jury saß. Alle Entwürfe seien bis zur endgültigen Platzvergabe im Rennen gewesen.

Der Wert von Freiraum

Den Wettbewerb begleitete auch Landschaftsarchitekturprofessor Udo Weilacher. Er war zunächst zwiegespalten, die Anfrage der Bürgerstiftung anzunehmen. In ihm schlage ein grünes Herz, aber ihm sei die Brisanz des Wohnungsmangels bewusst. Letztendlich fand er es gut, dass Puchheim den Wert von Freiraum nicht vergessen hat. Auch dass sich Anwohner in die endgültige Gestaltung einbringen können, finde er gut.

Bürgerstiftung setzt den Stifterwillen um

Ursprünglich hätte das Grundstück in den Besitz der Stadt übergehen sollen. Doch der ehemalige Bürgermeister Herbert Kränzlein konnte nicht zusichern, dass es nie bebaut werden würde. So kam Tamara Bründl auf die Bürgerstiftung, fasst Vorstandsmitglied Dorothee von Bary die Hintergründe zusammen. Sie sei froh, dass sie jetzt den Stifterwillen umsetzen kann und eine öffentliche Anlage entsteht.

Ein weiterer Punkt im Testament der verstorbenen Fotografin Tamara Bründl war ein lebenslanges Wohnrecht ihrer Freunde in einem Nebengebäude. Darum mussten die Studenten bei ihrer Gestaltung mit zwei Bauabschnitten planen. Zunächst soll der Park um die Gebäude herum angelegt werden. Später einmal geht auch die bebaute Fläche in die Parkanlage über.

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