Die Freien Wähler Puchheim präsentieren auf ihrer Liste einen ziemlich ungewöhnlichen Kandidaten für die Kommunalwahl im kommenden März.

GLOSSE

Ein Wolpertinger auf der Liste

Die Freien Wähler in Puchheim haben im Netz eine Übersicht mit Fotos ihrer Kandidaten veröffentlicht. Unter den Bewerbern befindet sich hier ein Wolpertinger. Dazu eine Glosse.

Sei es, dass sie doch noch 20 Namen auf der Liste haben wollten. Oder sei es, dass ihnen die bisherigen Bewerber zu blass vorkamen – Puchheims Freie Wähler (FW) haben für die Stadtratswahl überraschend und in aller Stille einen 20. Kandidaten nachnominiert. Auf der FW-Homepage ist neuerdings ein gewisser Barthel von Freiwilli zu entdecken.

Anders als seine Mitstreiter ist er in Ganzkörper-Aufnahme zu sehen. Und im Gegensatz zu den Kollegen blickt er nur mit dem linken Auge etwas schüchtern wie es scheint, in die Kamera. Der Kandidat hat ein weiß-braunes Kuschelfell und über seinen Schlappohren ein Geweih. Barthel ist ein Wolpertinger.

Wie aus dem FW-Vorstand zu hören ist, wurde die Entscheidung, einen weiteren möglichen Stadtrat aufzustellen, nach eingehender Diskussion gefasst. Barthel soll die ökologische Flanke der Freien Wähler decken, steht er doch wie kein anderer für Naturverbundenheit und besonders für die Artenvielfalt. Andererseits wirkt er sanft und seriös genug, um keine konservativen Wähler abzuschrecken. Schließlich gibt es unter den 23 bekannten Unterarten der Spezies auch Raub-Wolpertinger, mit denen nicht zu spaßen ist und die sich angeblich von Touristen und Zuagroasten (Zugereisten) ernähren.

Von der Kommunalaufsicht im Landratsamt gab es zu dem ungewöhnlichen Bewerber noch kein offizielles Statement, heißt es bei den Freien. Nach Tagblatt-Informationen sind aber – anders als in allen anderen Bundesländern – Wolpertinger auf bayerischen Wahllisten prinzipiell erlaubt. Sie müssen nur 18 Jahre überlebt und ihren ständigen Aufenthalt seit mindestens drei Monaten in Stadt oder Gemeinde haben. Wobei der Wohnsitz innerhalb der Kommune wechseln darf – etwa vom Mondscheinweiher zum Parsberg.

Und wenn es Barthel doch nicht in den Stadtrat schafft, trotz aller Häufelstimmen? Dann muss man hoffen, dem scheuen Mischwesen irgendwann in der Abenddämmerung vor einer Vollmond-Nacht zu begegnen. Am besten in der Paarungszeit nach dem 15. März. (Olf Paschen)

Auch interessant: Die Kommunalwahl in der Region FFB.

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