Rund 750 Besucher kommen monatlich ins ZaP. Im Dezember 2019 strickten hier (v.l.) Claudia Kieltsch, Marianne Biedermann und Elfriede Grahammer am Puchheimer Netz.
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Rund 750 Besucher kommen monatlich ins ZaP. Im Dezember 2019 strickten hier (v.l.) Claudia Kieltsch, Marianne Biedermann und Elfriede Grahammer am Puchheimer Netz.

Neues Konzept für ZaP

Ein Zentrum für wirklich alle Puchheimer

Die Stadt Puchheim will für das Mehrgenerationenhaus ein neues Konzept entwickeln. Das Haus trägt zwar schon den Namen „Zentrum aller Puchheimer“ (ZaP), tatsächlich ist die Klientel aber hauptsächlich aus der Planie. Das soll sich ändern.

Puchheim – Das Mehrgenerationenhaus ZaP heißt eigentlich „Zentrum aller Puchheimer“. Aber ist es das wirklich? Diese Frage tauchte zuletzt im Sozialausschuss des Stadtrats auf, als über eine weitere finanzielle Förderung der 13 Jahre alten Einrichtung beraten wurde.

Denn zwar kommen die über 80 Ehrenamtlichen, die einen Großteil des Programms gestalten, aus der gesamten Stadt und sogar aus der Nachbargemeinde Eichenau. Aber die Klientel, die sich in dem Pavillon an der Heussstraße trifft, stammt überwiegend aus der Planie. Die Nachbarschaftshilfe als Träger des ZaP soll nun ein Konzept ausarbeiten, wie es weiter gehen könnte. Im Gespräch ist eine Zusammenlegung mehrer Sozialangebote. Auch das Quartiersmanagement und der Familienstützpunkt könnten sich unter einem Dach wiederfinden. Und selbst ein Umzug ist denkbar: In die künftige Stadtmitte, die Lochhauser Straße oder den Aubinger Weg.

Geschätzt wird das ZaP-Angebot ohne Zweifel. Der Ausschuss und kurz darauf abschließend auch der Stadtrat beschlossen, weiterhin am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus teilzunehmen, das bis 2028 für einen stabilen Zuschuss von 40 000 Euro jährlich sorgt.

Allerdings wird eine nach den Worten von Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) „komische Doppelstruktur“ ein Ende finden. Die Stadt war bislang der Arbeitgeber und stellte das Personal ein, die fachliche Aufsicht über die Mitarbeiter hatte allerdings die Nachbarschaftshilfe. Die Trägerschaft soll jetzt allein der Sozialdienst übernehmen.

Überlegungen, mehrere Angebote zu bündeln, gibt es schon länger, auch weil sich die Arbeit der Einrichtungen und ihre Kundschaft teilweise überschneiden. Durch das fortgeschriebene Förderprogramm des Bundes, das für die Mehrgenerationenhäuser auch etwas andere Schwerpunkte setzt, muss das Konzept jetzt aber ohnehin nachjustiert werden.

Das andere Förderprogramm zur sozialen Stadt wird irgendwann auslaufen, das damit finanzierte Quartiersmanagement für die Planie nähert sich damit auch dem Ende. Und der vom Verein Kinderreich getragene Familienstützpunkt in der Lochhauser Straße hat zwar einen zentralen Standort, aber ein sehr beschränktes Budget, das nur für eine Fachkraft an zwei halben Tagen in der Woche ausreicht. Eine zentrale Anlaufstelle, vergleichbar der Germeringer „Insel“, wird beispielsweise vom Seniorenbeirat seit Längerem gefordert.

In das ZaP kommen monatlich rund 750 Besucher. Das Angebot richtet sich bisher einerseits an ältere Menschen, zum anderen an Schulkinder und (vor allem weibliche) Migranten. Zum Programm zählen Hausaufgabenhilfe und Deutsch-Kurse, gemeinsames Kochen und Computer-Schulung oder auch eine Betreuungsgruppe für Demenz-Kranke. Bekannt sind unter anderem auch das Repair-Café oder das Handarbeits-Café mit dem Namen „Heiße Nadel“.

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Von Olf Paschen

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