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Endgültiges Nein zu Luftfiltern für Schulen

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Ein Luftfilter in einer Schule. © Beispielfoto: Hans Moritz

Während andere Kommunen bereits im Besitz der Luftfilteranlagen für Klassenzimmer sind, hat sich Puchheim endgültig gegen diese Schutzmaßnahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Es herrschte Einigkeit über die umstrittene Wirkung der Geräte.

Puchheim – Zum fünften und vermutlich letzten Mal haben Puchheims Stadträte im Zuge der Pandemie die Anschaffung von Luftfiltern für die Schulen abgelehnt. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) hatte in der jüngsten Sitzung zwar noch vier verschiedene Optionen – von Geräten nur in den Grundschulen und den unteren Mittelschul-Klassen bis zur Komplettversorgung auch aller Kindertagesstätten – zur Abstimmung vorgelegt, es fand aber keine davon eine Mehrheit.

In der Diskussion hatten sich nur Karin Kamleiter und Jean-Marie Leone, die Fraktionschefs von CSU und SPD, noch einmal für eine „Übergangslösung“ bis zum ohnehin geplanten Einbau von Lüftungsanlagen stark gemacht. Wenn sie ihren Dienst an den Schulen getan hätten, könnten die Luftreiniger später den Kitas zur Verfügung gestellt werden, so Kamleiter. Oder auch in anderen städtischen Gebäuden Verwendung finden, wie Leone vorschlug.

Max Keil (ubp) warnte angesichts der umstrittenen Wirkung der Luftfilter dagegen davor, sich „für 100 000 Euro Sondermüll“ anzuschaffen. Kinder bräuchten frische Luft, keine gefilterte gebrauchte. Seidl sprach zudem von einer „stabilisierten Corona-Lage“.

Dezentrale Anlage

Der Stadtrat oder einer seiner Ausschüsse hatten sich bereits vier Mal mit dem Thema beschäftigt. Zuletzt hatte der Ferienausschuss im August die Luftfilter für verzichtbar gehalten – und damit die öffentliche Diskussion noch einmal „aufgeheizt“, wie Seidl anmerkte.

Mit gleichfalls großer Mehrheit wurde allerdings die Anschaffung von dezentralen Lüftungsanlagen für die Klassenzimmer in zwei der drei Grundschulen und in der Mittelschule noch einmal bestätigt, auch wenn jetzt erste Kostenschätzungen vorlagen: Die Nachrüstung kommt auf über 1,5 Millionen Euro, maximal 80 Prozent davon trägt der Bund, solange die Haushaltsmittel ausreichen. Die Schule am Gerner Platz und der noch lüftungslose Altbau der Schule Süd sollen in den Sommerferien des nächsten Jahres ausgerüstet werden, die Mittelschule erst im Zuge der Generalsanierung ein Jahr später. Für den künftigen neuen Trakt der Laurenzer Schule in Puchheim-Ort bleibt es bei dem Low-Tech-Konzept, das für die Klassenzimmer nur eine „natürliche“ Lüftung über geöffnete Fenster und Dächer vorsieht.

Insgesamt werden demnach 79 Klassenräume, nicht aber die Lehrerzimmer, mit raumlufttechnischen Anlagen ausgestattet. Aufgrund der höchst unterschiedlichen Bau- und Fassadenkonstruktionen in den einzelnen Gebäuden müssen die Positionierung der Lüftungsgeräte und die Lage der Leitungen praktisch für jedes Zimmer einzeln geplant werden.

Der Termin für die ersten Arbeiten im kommenden Sommer gilt nur als realistisch, falls keine größeren Lieferschwierigkeiten bei den Herstellern oder Kapazitätsengpässe bei den ausführenden Firmen dazwischen kommen. (op)

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