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Eindruck von einer FFF-Demo.

Fridays for Future

Erste Klimawache am Puchheimer Bahnhof - weitere sollen folgen

Im September 2019 gab es schon einmal einen Vorgeschmack, nun soll jeden letzten Freitag im Monat eine Demonstration fürs Klima in Puchheim stattfinden. Die so genannte Klimawache wird ihr Quartier am Bahnhof beziehen – und setzt auf leise Töne.

Puchheim – Die Organisatoren der großen Kundgebung unter dem Motto „Puchheim for Future“ im September wollen weiter für ihre Anliegen werben. Jeden letzten Freitag im Monat – erstmals am heutigen Freitag ab 17 Uhr – soll künftig eine Klimawache auf der Bahnhofs-Nordseite zu entschiedeneren Maßnahmen für den Klimaschutz mahnen. Die jeweils einstündige Versammlung soll zum einen als wiederkehrende Aufforderung an die Politik verstanden werden, konsequenter als bisher zu handeln. Zum anderen wollen die Teilnehmer mit Bürgern ins Gespräch kommen: Auch die seien gefordert, das eigene Konsumverhalten zu überdenken oder zu ändern.

Stehende Versammlung

Bei der stehenden Versammlung (also keinem Demonstrationszug) sind keine Reden geplant. „Wir haben nicht vor, mit dem Megafon rumzuplärren“, sagt Michael Dippold, einer der Initiatoren von „Puchheim for Future“. Ob die Teilnehmer mit Kerzen erscheinen, um mit kleinen Lichtern für den Klimaschutz zu mahnen, wurde mal angesprochen, aber nicht fest verabredet. Die Passanten – vor allem ist um diese Zeit an heimkehrende Pendler aus der S-Bahn gedacht – sollen nicht aufgehalten werden. Wer allerdings Interesse hat, kann sich in ein Gespräch verwickeln lassen oder kleine Handzettel mitnehmen, mit denen auf den Kohlendioxid-Rechner verwiesen wird. Damit kann man seinen persönlichen CO2-Verbrauch ermitteln.

Was zu vernachlässigen ist 

Dass sich die kleine Kundgebung an die Politik wie an die Bürger gleichermaßen richten will, hat seinen Grund. Er habe das Gefühl, beide Seiten warteten aufeinander, die ersten wirklichen Schritte zu unternehmen, sagt Dippold. Außerdem geht es den Klimawächtern um ein Umdenken bei den großen Brocken, die den Treibhauseffekt verstärken: Heizen mit fossilen Brennstoffen, Mobilität nur als Individualverkehr, exzessiver Stromverbrauch aus nicht-regenerativen Quellen, auch Fleischkonsum. Dass jemand seinen Kasten Bier mit dem Auto holt statt mit dem Fahrrad, wie es offenbar bei der Vorbereitung als schlechtes Beispiel angesprochen wurde, sei da vergleichsweise zu vernachlässigen.

„Puchheim for Future“ ist kein fester Kreis, sondern eher eine lockere Gruppe und eigentlich eine Idee von Erwachsenen, auch wenn inzwischen Schüler beim zehnköpfigen Team dabei sind. Man wollte zeigen, dass man den Schülerprotest unterstützt, den Kindern sozusagen den Rücken stärken. Und, statt einzeln zur Demo nach München zu fahren, war die Absicht, zu versuchen, mit dem Nachbarn vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Die Klimawache soll immer zur selben Zeit am selben Ort und bei jedem Wetter stattfinden. Für die Premiere rechnen die Organisatoren mit 20 bis 30 Teilnehmern. Mit dem Auto zu kommen, ist ausdrücklich erlaubt, Parkplätze werden allerdings nicht garantiert. Im Sinne der Öko-Bilanz könnte man ja unterwegs auch beim Getränkemarkt halten, um eine Fahrt zu sparen. (op)

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