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Dirigentin Christine Niederreiter (r.) gibt den Takt vor: Die Bläser der „Spätlese“ freuen sich jeden Donnerstag auf ihren Einsatz.  

Regelmäßige Treffen

Es ist nie zu spät für ein Blasinstrument

Sie haben ihre Leidenschaft für Blasinstrumente wieder entdeckt oder erst spät bemerkt: Die Puchheimer Gruppe Spätlese pflegt jeden Donnerstag gemeinsam ihr Hobby und das bereits seit 2004. Dabei geht es gar nicht vorrangig um die Musik.

Puchheim – Rund ein Dutzend Musikanten sitzt im Gemeindesaal der Puchheimer Auferstehungskirche und blickt erwartungsvoll in Richtung der Dirigentin Christine Niederreier. In den Händen halten sie ihre Instrumente, darunter Trompete, Posaune, Tenorhorn, Bariton, Tuba, Euphonium oder Flügelhorn. Alles, was das Bläserherz begehrt. Nach ein paar „Trockenübungen“, sprich lautlosem Blasen, legen sie los.

Immer donnerstags um 18 Uhr kommen die Mitglieder der Puchheimer „Spätlese“ zusammen, das ist eine Untergruppe des evangelischen Posaunenchors, des Stammchores. Diese Treffen gibt es bereits seit 14 Jahren.

Jürgen Häusler ist jetzt seit zwei Jahren dabei. Der gebürtige Westfale bläst sich gerade mit seiner klassischen B-Trompete warm. Der 60-Jährige gehört zu den Wiedereinsteigern und ist sehr glücklich darüber. „Ich habe vor 40 Jahren im evangelischen Posaunenchor Trompete gespielt und kam über eine Anzeige zur Puchheimer Spätlese“, sagt er. Von Anfang an hatte er ein gutes Gefühl in der Gruppe.

Ähnlich geht es Uli Oswald (69), der ebenfalls im Puchheimer Posaunenchor gespielt hatte und seit seiner Jugend begeisterter Musiker ist. „Bei den Spätberufenen mitzublasen, dazu hat mich letztlich meine Frau motiviert“, erzählt er. Eine gute Entscheidung. Denn Häusler und Oswald sind sich einig: „Die Atmosphäre, die stimmt einfach.“ Darum geht es auch vorrangig, weniger um musikalische Höchstleistungen.

Dirigentin Christine Niederreiter sagt scherzhaft: „Ich gebe natürlich Hausaufgaben auf und alle sind bemüht, fleißig zu üben, aber manchmal hört es sich ein klein wenig anders an.“ Doch diese Randkritik perlt an den Instrumentalisten spurlos ab. Sie kommen einfach gern zum gemeinsamen Spiel zusammen.

So auch Susanne Schmalstieg, die gerade ihre Posaune an die Lippen führt. Als ihre Tochter in der vierten Klasse Trompete lernte, fuhr die heute 58-Jährige sie zur Probe zum Stammchor. Da kam sie auf den Geschmack, sich selbst als Bläserin auszuprobieren. Heute ist sie begeistert: „Die Posaune ist einfach ein geniales Instrument“, schwärmt sie. Durch die Zugverlängerung brauche man zwar mehr Luft und eine andere Blastechnik. Aber genau das reize sie.

Im Rahmen der Auftritte des Puchheimer Posaunenchores dürfen auch die Mitglieder der Spätlese zeigen, was sie draufhaben. Sie treten bei Gottesdiensten auf oder geben Geburtstagsständchen für Mitglieder. Neue Musikanten sind übrigens gerne gesehen. Spätberufene oder Wiedereinsteiger können bei den Donnerstagsproben vorbeischauen. Instrumente können ausgeliehen werden. „Vielleicht bekommt der Eine oder die Andere ja Lust, einfach bei uns mitzumachen“, sagt Christine Niederreiter. (akk)

Treffen der „Spätlese“

Die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag, 18 bis 19.30 Uhr, im Gemeindehaus der Puchheimer Auferstehungskirche, Allinger Straße 24. Ansprechpartnerin ist Dirigentin Christine Niederreiter unter Telefon (089) 800 59 06.

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