In Puchheim

Falke soll auch Krähen-Hauptkolonie vertreiben

Puchheim will nun doch Greifvögel gegen die große Krähen-Kolonie am Schopflach-Friedhof einsetzen. Das hat der Stadtrat jetzt beschlossen. Die Aussicht auf eine Genehmigung ist aber sehr gering.

PuchheimGegen die Stimmen der Grünen sprach sich die große Mehrheit dafür aus, diesen Einsatz von Raubvögeln zu beantragen, um die Hauptkolonie mit zuletzt über 400 Brutpaaren „aufzulösen und zu verlagern“.Äußerungen der Regierung von Oberbayern als Oberste Naturschutzbehörde lassen allerdings vermuten, dass sie diesen Weg nicht mitgehen wird. Ein „interkommunales Ping-Pong-Spiel“, bei dem die Saatkrähen nur in Nachbargemeinden vertrieben werden, mache wenig Sinn, hatte ein Vertreter der Regierung zuletzt bei dem Runden Tisch geäußert, zu dem auch die Bürgerinitiative der Krähengegner eingeladen war.

Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) sagte zwar, dass er „kein Vertreibungsspiel auf Kosten anderer Kommunen“ mitmachen werde, hielt den Beschluss aber dennoch für richtig, um die Regierung zu einer offiziellen Stellungnahme zu zwingen: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Anderer Meinung war Umweltreferent Manfred Sengl (Grüne). Eine Vergrämung der Tiere ohne ein Ausweichquartier anbieten zu können, sei nicht genehmigungsfähig. Wohl aber eine Reduzierung der Tierzahl durch Maßnahmen, die von den Naturschützern früher ausgeschlossen wurden, jetzt aber wohl erlaubt werden. Und dadurch könne man die Kolonie möglicherweise soweit verkleinern, „dass man mit ihr leben kann“. Die gezielte Tötung dürfe nur die ultima ratio sein und auch erst nach Gesprächen mit den Nachbarkommunen.

Michaela von Hagen (Freie Wähler) fragte, ob nicht durch die Ansiedlung „natürlicher Feinde“ wieder ein biologisches Gleichgewicht hergestellt werden könne. „Es wäre schön, wenn wir einen Uhu hätten,“ meinte Monika Dufner vom Umweltamt, nur leider ließen sich solche Tiere nicht herbestellen. Seidl warnte im Scherz schon vor einer Uhu-Plage, wies aber auch darauf hin, dass natürliche Feinde, so es sie noch gebe, acht Jahre Zeit gehabt hätten, in Puchheim Beute zu finden.

Ungeklärt bleibt, ob die in diesem Jahr erstmals ausprobierten Bekämpfungsversuche nicht auch Erfolg hätten, wenn sie über längere Zeit fortgesetzt würden. Dazu gehört der Einsatz von bird guards, also Lautsprechern, die Alarmrufe von Rabenvögeln wiedergeben, und die Entnahme von Eiern aus den Nestern. Diese beiden Mittel und sogar den Einsatz von Falken wenigstens in den zehn Splitterkolonien wird die Regierung vermutlich dauerhaft genehmigen. (Olf Paschen) 

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