Beim Symposium wird fleißig gewerkelt. Foto: tb

Ausstellung 

Finnland, Ungarn, Österreich: Kunst kennt keine Grenzen

Puchheim - Völkerverständigung in der Kunst: Der Kulturverein Puchheim hat einen Workshop mit Künstlern aus Finnland, Ungarn und Österreich organisiert. 

Gloria aus Finnland versteckt anfangs das noch nicht vollendete Porträt, als der Reporter einen Blick darauf werfen will. Dabei scheint das Bild der „netten Frau“ in ihrer „sehr schönen Kleidung“ durchaus gelungen, wie sich später zeigt.

Die Dirndl tragende Bedienung im Unterwirt ist eines von vielen Motiven aus Puchheim, die insgesamt 15 Künstler, in der großen Mehrheit Künstlerinnen, bei einem einwöchigen Symposium zu einer eigenen Arbeit inspirieren soll. Die ehemalige Schule im Stadtteil Ort wurde für acht Tage zum Atelier umfunktioniert, am kommenden Samstag soll sie zur Galerie werden. Dann ist die Öffentlichkeit eingeladen, die gemeinsam entstandenen Werke zu begutachten.

Der Kulturverein hat den Workshop organisiert und dafür insgesamt sechs Kunstschaffende aus den Partnerstädten in Finnland und Ungarn eingeladen. Dazu kommen vier Österreicher aus dem steirischen Gleisdorf, wo es bereits eine ähnliche internationale Zusammenarbeit gab, und fünf Vertreter des gastgebenden Vereins.

Vorgaben gibt es nicht, Materialien, Motive und Techniken können frei gewählt werden. Einzige Einschränkung: Für Bildhauerei reicht der Etat nicht. Dafür kann mit Aquarellfarben oder Acryl oder Öl auf Papier, Karton oder Leinwand gemalt werden. Die Stadt spendierte 2000 Euro als Zuschuss, alles übrige finanziert der Kulturverein, der auch für die private Unterbringung der Gäste sorgte.

Zwei der Finninnen haben sich vorgenommen, die Kollegen zu porträtieren, einer der Ungarn hat bereits ein halbgegenständliches Fantasietier mit zwei weiteren, unbestimmten Figuren fertiggestellt. Das Blattgold auf einer samtartigen Grundierung schaffe eine interessante Struktur, findet er. Daniel Ludwig gehört auch zu den Teilnehmern, die bereits internationales Renommee genießen. Bei anderen ist die Berufung noch Hobby. „Ich hab’ einen Mann, der Geld verdient“, sagt die Finnin Katja auf englisch.

Die beiden Ungarn sprechen genug deutsch, um sich verständlich zu machen. Aber die Malerei hat ohnehin ihre eigene Sprache. Anderen über die Schulter zu schauen und Anregungen zu finden, ist ein Ziel des Symposiums. Die Verbindung mit den Partnerstädten mit Leben zu füllen, ein anderes. Auch bei Besuchen in Nagykanisza oder Zalakaros oder – noch seltener – im finnischen Salo blieben die Puchheimer doch eher unter sich, findet Barbara Saatze vom Kulturverein. In einem gemeinsamen Werkraum wie dem in der Alten Schule ist das eben nicht möglich. Und gegen etwaigen Atelier-Koller helfen Ausflüge wie in die Münchner Pinakotheken oder Einladungen wie die des Bürgermeisters zum Essen. 

Ein Bild von der einwöchigen Arbeit der bildenden Künstler können sich die Puchheimer am Samstag ab 14 Uhr machen.  (op)

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