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Das Probe-Essen kam gut an.

Puchheim-Ort

Frisches Essen statt Fertiggerichte in Schule

Seit diesem Schuljahr wird an der Laurenzer Grundschule in Puchheim-Ort frisch gekocht. Die Münchner Catering-Firma „Lunemann’s leckerer Lieferservice“ versorgt dort täglich bis zu 90 Schüler mit bio-zertifizierten Speisen. Ein Koch bereitet die Mahlzeiten zu – und sorgt für Begeisterungsstürme.

Puchheim-Ort – Tagtäglich gehen E-Mails von Eltern bei der Münchner Catering-Firma ein. Die Leute wollen sich für die gute Schulverpflegung ihrer Kinder bedanken, erkundigen sich aber auch nach Rezepten, berichtet Geschäftsführerin Anke Lunemann. Das größte Kompliment klingt in etwa so: „So etwas isst mein Kind sonst nie.“ Das Mittagessen ist in den Ganztagsklassen verpflichtend – bei der Mittagsbetreuung kann man wählen.

Von der Qualität wollten sich nun auch einige Schulexterne bei einem Probeessen überzeugen. Mit dabei waren Bürgermeister Norbert Seidl, Rathausmitarbeiter und der Elternbeirat – unter den wachsamen Augen von Geschäftsführerin Lunemann. Ein erstes Lob gab es schon einmal vorab: Vor allem die Kinder finden es gut und haben an den neuen Gerichten nichts auszusetzen, berichten die Eltern aus dem Elternbeirat.

Bisher aufgewärmte Fertiggerichte

Bisher bestand das Angebot an der Laurenzer Schule, die eine Offene Ganztagsschule ist, aus aufgewärmten Fertiggerichten. Dies änderte sich mit der Ausschreibung der Stadt. Angestoßen durch den Umbau der Grund- und Mittelschule Gerner Platz offerierte die Stadt eine Stelle für eine neue Catering–Firma. Die Wahl fiel auf das Unternehmen Lunemann, welches zeitgleich für die Schulküchen am Gerner Platz ( bis zu 400 Essen pro Tag) und an der Laurenzer Grundschule engagiert wurde. „Wir hätten nie gedacht, dass wir die Ausschreibung gewinnen“, erzählte Geschäftsführerin Lunemann. Denn die Ansprüche der Firma waren klar definiert: Das Essen wird vor Ort frisch zubereitet und das Unternehmen bringt seine eigenen Köche mit ein.

Doch es hat geklappt und so bekochen Wolfgang Popp und Isabella Gareis täglich die Grundschüler an der Laurenzer Schule. Die Lebensmittel werden von der Firma Lunemann aus ihrem Münchner Lager geliefert. „Alles frisch und einzeln zubereiten, ist das überhaupt wirtschaftlich?“, fragte Bürgermeister Norbert Seidl. „Das Geheimnis dabei ist, auf die vielen Convenience-Produkte zu verzichten“, erklärte Lunemann.

Essen ist salzarm

Ein großer Pluspunkt: Der Speiseplan richte sich nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Kinder seien heutzutage zu sehr an Salz und Gewürze gewöhnt. Außerdem sei die Geschmacksvielfalt der Kinder durch die Convenience-Produkte begrenzt. Das ändere sich nun mit den neuen Mahlzeiten. „Eine große Umstellung hatten wir anfangs schon, die Schüler waren es nicht gewohnt, salzarm zu essen“, bemerkt Kerstin Fausel, Koordinatorin der Offenen Ganztagsschule.

Beim Betrachten der Speiseausgabe im großen Speisesaal stellte sich die Frage: Wie werden bei dieser Anzahl an Schülern verschiedene Essens-Unverträglichkeiten berücksichtigt? „Das läuft ganz einfach“, meinte Lunemann. Über ein Online-Portal können Eltern die Unverträglichkeit ihres Kindes angeben. Zudem achten die Betreuer und Koch Wolfgang Popp bei der Essensausgabe auf die richtige Zuteilung der Speisen. „Aber zum größten Teil versucht Herr Popp die Allergien schon bei seiner Speise-Planerstellung zu berücksichtigen“, ergänzt Lunemann.

Insgesamt bekocht das Münchner Unternehmen täglich bis zu 15 000 Schüler. Und das mit bio-zertifizierten Speisen. Geschäftsführerin Lunemann betont: „Wir wollten mit dem Gewinn der Ausschreibung zeigen, dass es geht.“ (Lisa Fischer)

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