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Modern, klar und weltoffen – so präsentiert sich St. Josef seit 50 Jahren in Puchheim-Bahnhof.

Illumination zum Jubiläum

Zum 50. Geburtstag wird St. Josef leuchten

Puchheim - Die Kirche St. Josef prägt das Ortsbild von Puchheim-Bahnhof. Nun wird der 50. Geburtstag des Gotteshauses gefeiert.

In der Erinnerung der katholischen Christen ist Alfred Wahner ein typischer Dorfpfarrer geblieben. Er hat aber auch das moderne St. Josef in Puchheim-Bahnhof geschaffen, das seit 50 Jahren wie ein Eingangstor zur Stadt wirkt. „Er hat den Neubau maßgeblich beeinflusst und vorangetrieben“, heißt es in der Festschrift zum Geburtstag.

Die Vorgängerkirche wurde 1926 gebaut und geweiht.

Diakon Ulrich von Wurmb-Seibel ist dankbar, „dass die Pfarrei seit 50 Jahren in dieser Kirche beheimatet ist“. Es ist eine moderne Heimat. „Nicht frontal auf den Priester ausgerichtet“, wie es der Diakon beschreibt. Dies hat sich nach dem Verständnis des II. Vatikanischen Konzils ausgerichtet.

Mit Pfarrer Wahner hatte der jetzt 84-jährige Günter Schmid seit 1962 Kontakt, als seine damals zweijährige Tochter Michaela Eier aus dem Osterkorb rollen ließ. Wahner unterbrach das Stufengebet, half beim Einsammeln und setzte dann den Gottesdienst fort. Diese menschliche, offene Seite zeigte Wahner auch sonst: „Er hat die Christen gut auf den Neubau eingestellt.“

Denn eine gewisse Skepsis herrschte schon in Puchheim-Bahnhof, das damals nur 3500 Katholiken zählte. Die erste Josefskirche, 1926 gebaut und am 5. September jenen Jahres durch Kardinal Michael von Faulhaber eingeweiht, hatte noch eher den Charakter einer Dorfkirche und war ein verputzte Holzkonstruktion. „Das machte sie heimelig“, erinnert sich der heute 86 Jahre alte Georg Gruber, der seit 1953 in Puchheim wohnt und die „alte“ Kirche noch ein Dutzend Jahre erlebte.

Erinnern sich an die Neubauzeiten: Günter Schmid (l.) und Georg Gruber. Foto: hk

Allerdings wuchs Puchheim-Bahnhof stetig, mit dem Bau der Kennedy-Siedlung stieg die Gemeinde fast sprunghaft auf 8500 Gläubige an. Nicht nur Pfarrer Wahner selbst musste sich umgewöhnen. Er konnte nun keine Zeit darauf verwenden, möglichst jeden Gläubigen zu kennen. Die alte Kirche sei zu klein geworden, so Gruber im Rückblick. Dass ein Neubau notwendig sei, habe er schon nachvollziehen können. Doch Gruber sagt auch: „Die neue Kirche war schon eine Umgewöhnung.“

Nun ist sie für die Puchheimer Katholiken „zur Wohnung Gottes unter den Menschen geworden“, wie es Diakon von Wurmb-Seibel ausdrückt. Deshalb haben die Organisatoren der Festwoche viel Wert darauf gelegt, in das Festprogramm alle Altersgruppen mit einzubeziehen. Vom passiven Zuhören bis zum aktiven Mitmachen sei alles dabei, fasst die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Fischer die Angebote zusammen. „Mit einem Paukenschlag zum Beginn“, fügt Pastoralreferent Helmut Schnieringer hinzu: die Illumination der Pfarrkirche am Samstag. Für Pfarrer Ulrich Bach ist das ein Symbol. „Wo brennen noch Leuchtfeuer der Begeisterung in unseren Pfarreien?“, fragt er in seinem Grußwort zur Festwoche.

Seit 2012 ist St. Josef Sitz des Pfarrverbandes, zu dem auch Maria Himmelfahrt in Puchheim-Ort gehört. Bach will die Möglichkeit nicht ausschließen, dass es noch größere Gebilde als den Pfarrverband geben werde. Die aus dem Beruf ausscheidenen Geistlichen seien nicht immer zu ersetzen. „Wir können nicht davon ausgehen, dass in Puchheim, Eichenau und Gröbenzell auf absehbare Zeit je ein Priester ständig anwesend ist.“

von Hans Kürzl

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