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Gut besucht: Über hundert Menschen kamen zu der Veranstaltung. Es gab auch Zwischenrufe. 

Runder Tisch in Puchheim  

Geothermie: Der Streit geht weiter

Noch knapp zwei Monate sind es bis zum Bürgerentscheid über die Geothermie. Ein Runder Tisch sollte nun Argumente von Befürwortern und Gegnern aufzeigen. Ein gemeinsamer Nenner ist nicht in Sicht.

Puchheim – Sogar eine Stoppuhr hatte Bürgermeister Norbert Seidl zur Diskussion mitgebracht. Sie zeigte, dass Befürworter und Gegner der Geothermie von der Redezeit nicht weit auseinander lagen. Auch das Podium war gleichmäßig mit beiden Parteien besetzt. Weitere Berührungspunkte fanden sich aber in den rund zweieinhalb Stunden Diskussion, die immer wieder von Wortbeiträgen aus dem Publikum unterbrochen wurde, kaum mehr.

Das zeigte sich bereits bei der Frage, inwieweit mögliche Schäden, die durch Bohrungen entstehen könnten, durch Versicherungen abgedeckt werden. So legte CSU-Stadtrat Thomas Hofschuster als Sprecher des „Bündnisses für Geothermie“ dar, die Betreibergesellschaft müsse beweisen können, dass ein Schaden nicht durch Geothermie entstanden sei.

Michael Peukert als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Stop Geothermie in Puchheim“ entgegnete, jeder Versicherer würde wohl den Betreiber vor sich hertreiben, um sich vor der Zahlung zu drücken. Hofschuster, selbst Jurist, wies auf das Angebot der Stadt hin, den Ist-Zustand von Gebäuden zu dokumentieren. Michael Pausch als weiterer BI-Vertreter ergänzte: „Als Privatmann bin ich gegen Aktiengesellschaften juristisch machtlos.“

Bei Peukert bleibt daher in jedem Fall ein ungutes Gefühl. Kein Eingriff in die Natur oder in den Boden bleibe ohne Folgen. Das sei durch zahlreiche Beben in Poing, Unterhaching oder Dürrnhaar belegt. In diesem Zusammenhang wies Pausch darauf hin, dass Puchheim wegen des weichen Moorbodens und des hohen Grundwasserstandes ein besonders hohes Gefahrenpotential aufweise.

Umweltreferent Manfred Sengl (Grüne) betonte, dass man weniger die reine Zahl von Beben beachten soll als tatsächlich entstandene Schäden. Er betonte, dass die negativen Folgen für die Umwelt seiner Ansicht nach durch die Geothermie um rund 15 Prozent reduziert werden könnten. Dem widersprach wiederum Pausch: Allein durch die Pumpe und die dafür notwendige Stromerzeugung reduziere sich die Einsparung an Emissionen deutlich.

Dirk Reimann, stellvertretender BI-Sprecher, zweifelte neben dem ökologischen den wirtschaftlichen Nutzen an. Er bezeichnete die Geothermie als sehr kostenintensiv. CSU-Stadtrat Hofschuster entgegnete:. „Hier können wir etwas schaffen, das unabhängig von anderen Energieformen macht.“

Immer wieder wurden von beiden Seiten auch Artikel und wissenschaftliche Abhandlungen zitiert. Für Hofschuster durchaus legitim. Dennoch gab er zu bedenken: „Sie finden ganz sicher für jede Meinung die passende wissenschaftliche Abhandlung.“ Bügermeister Norbert Seidl, Moderator der Veranstaltung, stellte fest, dass jede Energieerzeugung sowohl positive Seiten als auch Risiken in sich berge.

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