Norbert Seidl „Die Beben haben auchdie Stadt überrascht.“

Aktuelle Stunde

Geothermie: Unsicherheit ist groß

Die geplante Geothermie-Erschließung bleibt für einige Puchheimer eine Technologie mit vielen Unbekannten. Die Aktuelle Viertelstunde der jüngsten Stadtratssitzung nutzte eine Bürgerin, um nach Schadenersatz-Möglichkeiten durch die Stadt nach einem Mikrobeben zu fragen.

Puchheim „Wer haftet konkret? Kann ich ins Rathaus kommen mit der Rechnung?“, wollte sie wissen.

Hintergrund war eine Äußerung von Rathauschef Norbert Seidl (SPD) auf der Bürgerversammlung für Puchheim-Bahnhof, wonach das Kapital der Stadt „unendlich“ sei und zur Schadensregulierung auf alle Fälle ausreiche. Er sei von seinem Kämmerer schon gerüffelt worden, verriet Seidl, und er bitte, die Aussage „symbolisch zu verstehen“. Allerdings sei es in der Tat so, dass zwar ein Privatunternehmen, nicht aber eine Kommune in Insolvenz gehen könne.

Ein anderer Bürger warf Seidl vor, das Thema – ganz anders als etwa die Stadtmitteplanung – nicht wirklich in die Bevölkerung getragen zu haben. Jetzt sei die Ungewissheit groß, dabei würden schon „im Februar die Bohrtürme stehen“.

Einen derartigen Zeitplan gebe es mitnichten, so der Bürgermeister. Allerdings hätten die Aufsehen erregenden Erdbewegungen in Poing (Landkreis Ebersberg) auch die Stadt überrascht. „Jetzt müssen wir uns mit der Sache anders befassen als vorher.“ Auf der großen Informationsveranstaltung Anfang nächsten Jahres sollen aber alle Fragen, vor allem die nach Schadensregulierungen, nach Möglichkeit beantwortet werden.

Alt-Bürgermeister Erich Pürkner (CSU) wies später in der Sitzung darauf hin, dass bei vergleichbaren Vorhaben – etwa dem U-Bahn-Bau – Beweissicherungsverfahren längst zum Standard gehörten und von den Gerichten mittlerweile auch als Rechtsanspruch der Eigentümer gewertet würden. Dabei werden öffentlich vereidigte Sachverständige mit einer Vorab-Dokumentation möglicher betroffener Gebäude samt ihrer etwaigen Vorschäden beauftragt. Ein solches Verfahren habe auch die Bohrfirma von sich aus zugesagt, berichtete Seidl. 

  op

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