Studie von Krankenkasse und Fachhochschule

Gesundheit der Puchheimer wird untersucht

Wie gesund sind die Puchheimer? Das will die Stadt herausfinden. Der Sozialausschuss befürwortete nun eine entsprechende Studie.

Puchheim – Das Projekt, das den Arbeitstitel „Gesunde Kommune Puchheim“ trägt, wird von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) finanziert und soll von einer Fürther Fachhochschule für Gesundheitswesen durchgeführt werden. Ziel ist nicht, einzelne Patientendaten zu gewinnen, sondern festzustellen, bei welchen Bevölkerungsgruppen sich welche Beschwerden häufen. Aus diesen Kenntnissen könnten dann beispielsweise Vorsorge-Programme entwickelt werden, hieß es im Ausschuss.

Auch für Puchheim dürfte gelten, dass Ältere öfter unter Rückenbeschwerden leiden, Kinder lieber Süßes als gesunden Salat essen oder Migranten nur zum Arzt gehen, wenn was wehtut. Unklar blieb denn auch bei der Präsentation im Ausschuss, welche Besonderheiten die Fachhochschule erkennen könnte und auf welche Weise. Denn außer den anonymisierten Daten von der ärztlichen Einschulungsuntersuchung bleiben eigentlich nur Befragungen.

Einige Ausschussmitglieder zweifelten denn auch an dem Sinn der Untersuchung. „Müssen wir das genauer wissen?“, fragte Wolfgang Wuschig (ubp). Es fehle weniger an Erkenntnissen über verbreitete Beschwerden als daran, die Menschen von Prävention und gesunder Lebensweise zu überzeugen. Und Michaela von Hagen (FW) zweifelte, ob Gesundheitsvorsorge überhaupt eine geeignete Aufgabe für eine Kommune sei. Sie als Erzieherin im Kindergarten erlebe Eltern, die es sich gar nicht leisten könnten, ihre Kinder gesund zu ernähren, und andere, die sich Vorschläge verbitten.

„Es kann nicht sein, dass wir zuschauen, wie die Leute sich falsch ernähren und zuwenig bewegen“, meinte hingegen Rosmarie Ehm (SPD). Und Parteifreund und Bürgermeister Norbert Seidl wunderte sich über die Skepsis bei einigen Kollegen: „Das kostet uns nichts und ist eine gute Sache.“

Tatsächlich muss die Stadt nur Sachmittel und die Arbeitszeit eines Rathaus-Mitarbeiters bereitstellen, alle anderen Kosten – 20 000 Euro jährlich – übernimmt die Kasse. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt, am Schluss soll die Fachhochschule Vorschläge für ein gesünderes Puchheim unterbreiten. Denkbar ist auch, dass bereits bestehende Angebote von Sportvereinen und Volkshochschule gefördert und ausgebaut werden.

von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © dpa

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