Hohe Einnahmen erwartet

Gewerbesteuer wieder auf Rekordkurs

Zum zweiten Mal in Folge könnte die Stadt Gewerbesteuereinnahmen in rekordverdächtiger Höhe verbuchen. 

Puchheim – Laut der Halbjahresprognose von Kämmerer Harald Heitmeir dürften die Unternehmen heuer 19 Millionen Euro an die Stadt abführen – 1,6 Millionen mehr als kalkuliert und nur knapp unter dem Rekordwert von 19,5 Millionen im Vorjahr. Die Konjunktur brummt, die Stadt profitierte auch von einigen Nachzahlungen, aber den neuerlichen Geldsegen hielt selbst Kämmerer Harald Heitmeir jüngst im Finanzausschuss des Stadtrats für „schwer erklärbar“.

Puchheim ist zumindest bisher zwar nicht Krösus unter den großen Brucker Kommunen bei den Firmensteuern. Aber das stabil hohe Niveau, auf dem sich diese Einnahmequelle seit Jahren bewegt, ist zumindest für Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) „einmalig im Landkreis“. Bei den Konkurrenten Bruck und Germering schwanken die Zahlen oft stark, Olching holt ohnehin erst langsam auf.

Die guten Nachrichten waren für die Haushaltspolitiker jedenfalls Anlass, sich einmal grundsätzlich über die Struktur des Puchheimer Gewerbes zu unterhalten. Wie andernorts sind es auch hier nur einige große Firmen, die den Löwenanteil für die Stadt erwirtschaften.

Die größten Drei „legen zu ohne Ende“, wie es der Kämmerer formulierte, die Top Ten der 2235 angemeldeten Betriebe bringen 60 Prozent des gesamten Steuer-Aufkommens. Allerdings lag deren Quote auch schon mal bei 90 Prozent, was auf einen inzwischen wachsenden, soliden Mittelbau hinweisen könnte. Dafür spricht auch, dass mehr als jeder fünfte Betrieb zur Gewerbesteuer herangezogen wird, vor fünf Jahren waren es nur 17 Prozent. Immerhin 142 Unternehmen tragen mit mehr als 50 000 Euro zum Stadt-Haushalt bei.

Was genau zieht Firmen in die Stadt und warum zeichnen sich die bereits ansässigen durch „hohe Standorttreue“ (Seidl) aus? Viele Chefs schätzen demnach im Interesse ihrer Mitarbeiter das gute Betreuungsangebot für Kinder. Auch die Erreichbarkeit per S-Bahn oder Bus spielt demnach eine wichtige Rolle. Der Bürgermeister sieht aber auch die Kontaktpflege seitens des Rathauses als Beweggrund – die Stadt zeige eben auch Interesse und Wertschätzung für ihre Betriebe.

Laut Seidl wird außerdem sogar die „089“, also die Telefon-Vorwahl der nahen Landeshauptstadt, als Standortvorteil genannt. Kämmerer Heitmeir zufolge haben nicht wenige Unternehmer auch eine „persönliche Bindung zu Puchheim“. Manche Firmen seien hier erst richtig groß geworden.

Bei all der Wertschätzung für die Firmen mit den großen Gewinnen sollte man aber auch die große Mehrheit der kleinen Betriebe nicht vergessen, wurde im Ausschuss angemahnt. Denn wenn auch keine Gewerbesteuer, so fällt doch wenigstens ein Anteil an der Einkommensteuer für die Stadt ab – und vielleicht der eine oder andere Arbeitsplatz für die Puchheimer. (op)

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