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Goldene Luftballons für einen würdigen Rahmen: Die Schule hat sich alle Mühe gegeben, den Abiturienten eine schöne Abschlussfeier zu bereiten.

Zeugnisverleihung

Das Gymnaisum Puchheim findet eine kreative Lösung: Abifeier per Video-Übertragung

Puchheim war das einzige Gymnasium, das trotz der Corona-Pandemie eine Abschlussfeier für alle organisiert hat. Dafür waren allerdings auch außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich – und neue Technik.

Puchheim – Am Freitag saßen einige Schüler mit Mindestabstand und Mundschutz in der Aula, die Eltern mussten den Reden und Musikeinlagen von Klassenzimmern aus zusehen. So etwas wie Ausgelassenheit konnte da allerdings nicht aufkommen.

Den Ton hatte schon Direktor Georg Baptist in einer gut zehnminütigen Blitz-Ansprache angeschlagen. Der Virus habe „uns alle kalt erwischt“, meinte der Schulleiter und erinnerte seine in die Zukunft startenden Abiturienten daran, dass „unsere Zivilisation anfällig, unser Glück brüchig, unser Leben endlich“ ist. Den Ernst der Lage hätten auch Gymnasiasten erkannt, die sich anfangs noch über die Schulschließung freuen konnten. „Genervt von Homeschooling und Homeoffice der Eltern“ hätten sie schon bald Sehnsucht nach ihrer Schule entwickelt.

Puchheim war das einzige Gymnasium, das auf den Marathon verzichtete – und auf eine kreative Lösung zugriff. Die Eltern, wie zum Beispiel Familie Avancini (Bild unten), beobachteten per Video-Übertragung in einem Klassenzimmer das Geschehen in der Aula.

Georg Baptist: „Ich bin sicher, Sie schaffen das. Machen Sie es gut“

Dennoch machte Baptist seinem Entlass-Jahrgang auch Mut: Mit dem Abschlusszeugnis hätten seine Abiturienten die besten Aussichten für eine glückliche Zukunft. „Ich bin sicher, Sie schaffen das. Machen Sie es gut.“

Für die 50 Schüler, die sich vor fünf Jahren bewusst für das G 8 entschieden hatten, sich schon damals „Die Elite“ nannten und zuletzt mit dem zweideutigen Untertitel „Mit Abstand die Besten“ auftraten, sprach am Ende Marc Lehmann. Seine Abiturrede handelte von den Schwierigkeiten einer Abiturrede und kam dann zum Schluss zu dem einfachen Ergebnis: „Schee war’s“.

Videobotschaften an die Absolventen

Per Videobotschaft und ohne einmal das Wort Corona in den Mund zu nehmen, hatte Landrat Gottfried Grimm gratuliert, die Grußbotschaft des ebenfalls abwesenden Puchheimer Bürgermeisters Norbert Seidl lag offenbar nicht rechtzeitig vor. Auch ein Teil der Musik-Einlagen war nicht live: Fünf Schüler hatten barfuß im Schulhof „Stand By Me“ von Ben King in einem eigenen Arrangement vor einer Kamera gespielt.

Für die Väter und Mütter sprach die Elternbeiratsvorsitzende Birgit Grimm, die eine „spannende, aufregende Zukunft“ wünschte. Eltern hätten ihrem Nachwuchs zwar Lebenserfahrung voraus, die aber sei – „wie eine Monatskarte“ – leider nicht übertragbar. Eine Weisheit gab sie den Abiturienten aber doch mit auf den Weg: Das Leben sei wie eine Zwiebel, es werde beim Schälen auch mal Tränen geben. „Ich wünsche euch, dass es meistens Lachtränen sein werden.“

Olf Paschen

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