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Gericht

Haben Putzfrauen Seniorin abgezockt?

4500 Euro waren innerhalb von zehn Tagen von dem Konto einer 91-jährigen Pucheimerin abgehoben worden. Der Verdacht fiel auf zwei Putzfrauen. Diese mussten sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Puchheim – So manche Bank ist mittlerweile hellhörig geworden, wenn von Konten ihrer Kunden, vor allem von Senioren, große Summen abgehoben werden. Auch die Sparkasse ist misstrauisch geworden, als die 4500 Euro innerhalb von gut zehn Tagen vom Konto der 91-Jährigen verschwanden. Zumal sie auch noch an einem Automaten der Postbank in Eichenau abgehoben worden waren. Zudem waren es rund 500 Euro mehr als der Dispo der Frau erlaubte. Die Sparkasse schaltete die Polizei ein.

Als die Beamten die 91-Jährige über das fehlende Geld informierten, fiel diese aus allen Wolken, erinnerte sich ein Brucker Polizist im Gerichtssaal. Die Frau hatte bis dahin auch gar nicht gemerkt, dass ihre EC-Karte verschwunden war. Sie vermutete sogleich, dass ihre zwei Putzfrauen etwas damit zu haben könnten.

Die beiden Frauen, eine Puchheimerin (45) und eine Augsburgerin (56), mussten sich nun vor dem Amtsgericht wegen Diebstahls und Computerbetrugs verantworten. Die beiden bestritten jegliche Schuld. Die Augsburgerin sagte aus, dass die 91-Jährige regelmäßig hohe Ausgaben gehabt habe. Für Medikamente und Hörgeräte. Zudem habe sie eine frühere Angestellte und ihre Schwester nebst zwei Neffen finanziell unterstützt.

Videoaufzeichnungen gab es von den Abhebungen in Eichenau nicht. Allerdings lag dem Gericht ein Video vor, das zeigte, wie die 45-jährige Puchheimerin bei der Sparkasse Kontoauszüge abholen wollte. Dafür benutzte sie die EC-Karte der Seniorin. Das habe sie im Auftrag der 91-Jährigen erledigt, betonte die Angeklagte. Bei dieser Gelegenheit war die EC-Karte eingezogen worden.

Die 91-Jährige konnte bei der Verhandlung nicht gehört werden, denn sie ist im Herbst vergangenen Jahres gestorben. Bei ihrer Aussage bei der Polizei hatte sie auf den Beamten einen verwirrten Eindruck gemacht. Am Tag danach habe sie nicht mehr gewusst, was sie ausgesagt habe.

Völlig unklar war auch, wie die beiden Angeklagen an die PIN-Nummer gekommen sein sollen. Denn diese war selbst der 91-Jährigen nicht bekannt gewesen. Wie sie der Polizei erklärt hatte, hatte sie ihr Geld immer am Schalter abgehoben.

Die Staatsanwältin war zwar nicht von der Unschuld der Angeklagten überzeugt, doch da „der Tatnachweis nicht zu führen ist“, beantragte sie einen Freispruch. Dem entsprach auch der Richter: „Man weiß nicht, wie das Geld abgehoben wurde“, fasste er seine Urteilsbegründung zusammen.

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