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Im Münchner Stadtteil Moosach überbaut die Wohnungsbaugesellschaft Gewofag derzeit einen Parkplatz mit einem Wohngebäude. Das Gebäude soll auf Pfeilern stehen. Die Parkfläche bleibt erhalten. Ein derartiges Gebäude könnte nach Vorstellung der CSU auch in Puchheim entstehen.

In Puchheim

Häuser auf Pfeilern: CSU blitzt mit Idee ab

Puchheim - Günstige Wohnungen dank Häusern auf Ständern? Diese Idee der CSU bleibt in Puchheim erst einmal Utopie. Denn die Standort-Vorschläge fielen im Planungsausschuss durch.

In manchen Gegenden Südostasiens gehören sie fast zum Landschaftsbild, in Europa waren sie Bausteine der Architektur der Moderne – sogenannte aufgeständerte Häuser, auf Pfeilern stehende Gebäude, die oft über Parkplätzen entstehen und quasi erst im Obergeschoss beginnen. Für übertragbar auf Puchheim hält eine Mehrheit des Planungsausschusses diese Idee zwar grundsätzlich schon, die öffentlichen Flächen dafür seien aber nicht geeignet. Mit diesem Argument wurde ein Antrag der CSU abgelehnt. Die wollte die Möglichkeit solcher Hoch-Bauten für Sozialwohnungen auf den Parkplätzen am Schopflach-Friedhof und Sportzentrum fachkundig untersuchen lassen.

Die Vorteile eines solchen Modells liegen auf der Hand: Grund und Boden gehören schon der Stadt und werden praktisch doppelt genutzt, oft sind Ver- und Entsorgungsleitungen schon verlegt, die vorhandenen Parkplätze können auch den neuen Bewohnern zur Verfügung stehen. Die CSU konnte sich schon bis zu 70 Wohneinheiten auf den beiden Grundstücken vorstellen. Wohnungsbau sei langwierig und teuer geworden, solche Zwangslagen erforderten eben auch ungewöhnliche Auswege, heißt es in der Antragsbegründung.

Die Bauverwaltung sah das in ihrer Stellungnahme wesentlich skeptischer. Sowohl am Friedhof als auch am Sportgelände würde eine solche massive Riegelbebauung nicht zur Umgebung passen. An beiden Standorten müssten Bäume gefällt werden, für Müllanlagen, Fahrradständer, Kinderspielplatz würde ein Teil der Parkplätze geopfert. Künftige Bewohner wären dem Lärm von der Allinger Straße oder von Sportgelände samt Gastronomie ausgesetzt.

Altbürgermeister Erich Pürkner, der im Namen seiner CSU-Fraktion für das Projekt warb, sprach von „ausräumbaren Bedenken“. Vielleicht fehle es dem Bauamt an Interesse, sich mit Schwierigkeiten auseinanderzusetzen, vielleicht komme die Idee ja auch von der falschen Seite. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) wies die Vermutung, die Verwaltung könne nach dem Lustprinzip arbeiten, als Unterstellung zurück, und bescheinigte der Puchheimer Union, sich aktiv für sozialen Wohnungsbau einzusetzen. Das sei bei deren Parteifreunden in Kreis und Land leider nicht selbstverständlich.

Der Rathauschef hielt die Idee für einen „positiven, innovativen Ansatz“, die beiden vorgeschlagenen Grundstücke aber für ungeeignet. Und andere öffentliche Großparkplätze gebe es nun mal nicht in der Stadt. Eine Kooperation mit Privaten, wie sie SPD-Fraktionschef Jean-Marie Leone etwa für die großen Flächen in der Planie ins Gespräch brachte, sei zunächst mal nicht Aufgabe der Kommune: „Sollen wir die Arbeit für andere machen?“, fragte Seidl.

„Was ist die Alternative? Sagen Sie mir doch, Herr Bürgermeister, wo Sie demnächst sozialen Wohnungsbau in Puchheim-Bahnhof realisieren wollen“, schimpfte Pürkner, blieb aber ohne Antwort. Die Vertreter aller anderen Fraktionen stimmten gegen den CSU-Antrag.

von Olf Paschen

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