In der Stadt unterwegs

Beim Radeln in Puchheim hakt’s

In einer Kommune, die sich bald fahrradfreundliche Stadt nennen will, haben es die Radler gar nicht so leicht. Dies zeigte eine Mängelliste, die jetzt dem Puchheimer Planungsausschuss präsentiert wurde.

Puchheim – Auf mehreren dutzend Folien hatte Andreas Bergmann von der Münchner Planungsgesellschaft „Stadt-Land-Verkehr“ den Politikern jene vielen Schwachstellen vorgeführt, die den unmotorisierten Verkehr gefährlich oder mindestens unbequem machen – und Vorschläge zur Abhilfe unterbreitet. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) sprach anschließend zwar von einem „interessanten Parforcefahrradritt durch die Stadt“, es gab aber auch andere Stimmen. Etwas „erschlagen“ von dieser Radtour zeigte sich CSU-Sprecher Thomas Hofschuster, und Reinhold Koch (ubp) vermisste grundsätzliche Aussagen zum Gesamtaufkommen und dem Woher und Wohin der Radler: „Eine punktuelle Beschreibung schwieriger Stellen ist noch kein Radwegkonzept.“ Genau damit ist das Münchner Büro beauftragt.

Allerdings hatte Bergmann schon eingangs gesagt, dass er nur einen „fortgeschrittenen Zwischenstand“, nicht die endgültige Version vorstellen könne. Schon in dem Teilkonzept finden sich aber Ideen, die Diskussionsstoff bieten. So wartete der Planer mit dem „revolutionären Vorschlag“ auf, den Aubinger Weg ab der Stadtgrenze für den Kfz-Verkehr zu sperren und zum (Schnell-)Radweg nach München zu machen. Ebenfalls auf fremdem (Münchner) Grund entwarf er eine Verbindung zum Böhmerweiher. Aber auch bei Verbesserungen auf Puchheimer Flur, wie der Verengung der FFB 11 für einen breiteren Geh- und Radweg, haben andere, in diesem Fall der Kreis mitzureden. Und ein „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ in der Lochhauser Straße dürfte einen Aufstand des Handels provozieren.

Anderes scheint mehrheitsfähig und leichter umsetzbar. So ein echter (nördlicher) Bahnhofsvorplatz als „shared space“ für gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer oder eine Verlängerung der Oskar-Maria-Graf-Straße als alternativer Radweg nach Eichenau. Auf Vorbehalte stießen hingegen die für mehrere große Straßen empfohlenen Sicherheitsstreifen für die Radler, denen dann Parkplätze zum Opfer fallen würden. Es sei ein „zäher Prozess“, übergeordnete Straßenverkehrsbehörden von Maßnahmen zu überzeugen, die „nicht nur dem Autoverkehr dienen“, sagte Bergmann. Allerdings gebe es auf Puchheims Staßen auch nur begrenzten Raum, meinte Sigrun Matthes (SPD): Die Konkurrenz zwischen Auto und Radl sollte nicht noch verschärft werden. Die Fraktionen sollen bis zum Winter noch einmal über die Vorschläge beraten.

von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © dpa

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