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Aus dem Gerichtssaal 

Kampf um Hund Teddy wird für alle teuer

Sie haben Teddy wohl beide geliebt. Und beide wollten sie den großen weißen Schäferhund nicht mehr hergeben. Nun müssen sie dafür bezahlen. 

Puchheim – Eine 50-jährige Puchheimerin und eine 46-jährige Poingerin sind wegen eines Hundes in eine handfeste Auseinandersetzungen geraten. Der Kampf um Teddy ist mehrere Jahre vor Gericht weitergegangen. Nach und nach mussten die Puchheimerin mit Familienangehörigen und die Poingerin mit einer Nachbarin auf der

Anklagebank mehrerer Gerichte Platz nehmen. Es ging um Raub und gefährliche Körperverletzung (wir berichteten).

Insgesamt waren sieben Personen angeklagt. Nun hat das Gericht in Fürstenfeldbruck Geldstrafen verhängt. Die Poingerin muss 750 Euro an die P

uchheimerin und weitere 250 Euro an den Staat bezahlen. Gleichzeitig muss die Puchheimerin der Poingerin ebenfalls 750 Euro überweise. Die Tochter der Poingerin bekommt 500 Euro von Familienangehörigen der Puchheimerin. Das Gericht verurteilte eine Bekannte der 46-Jährigen zu einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro. Teurer war es für die Puchheimerin bereits vor einem Jahr am Ebersberger Amtsgericht geworden. 4550 Euro musste sie zahlen wegen Tierquälerei und übler Nachrede.

Soweit, so kurios. Noch unglaublicher ist die Geschichte des Streits. Teddys Eigentümerin war eigentlich die 50-Jährige. Doch weil sie vor zwei Jahren kaum Platz für den Hund hatte, gab sie ihn zu einer Pflegefamilie nach Poing. Als die Puchheimerin einige Monate später ihren Teddy zurückhaben wollte, wollte ihn die 46-Jährige nicht mehr hergeben. Ihr Argument: Sie hätte das Geld für Teddys Futter nicht bekommen.

Die 50-Jährige schmiedete einen Plan, wie sie Teddy wiederbekommen konnte. Im September 2015 lauerte sie der 46-Jährigen auf, die gerade mit dem Hund Gassi ging. Die Puchheimerin lockte Teddy zu sich ins Auto und flüchtete. Die Poingerin trommelte daraufhin ihre Tochter und drei Nachbarinnen zusammen. Die Frauen fuhren nach Puchheim und konfrontierten die 50-Jährige, als diese mit Teddy auf der Straße spazieren war. Was dann geschah, darüber machten die Beteiligten vor Gericht widersprüchliche Aussagen. Unumstritten ist, dass die Puchheimerin körperlich verletzt wurde und Teddy wieder nach Poing zurückfuhr.

Wenige Tage später stand wiederum die Puchheimerin mitten in der Nacht der Poingerin auf der Straße gegenüber, als diese mit ihrer Tochter und Teddy unterwegs war – heißt es zumindest in einer weiteren Anklage. Zwei Männer mit Sturmhauben auf dem Kopf hätten die 50-Jährige begleitet, ihr mittlerweile von ihr geschiedener Ehemann und ihr Sohn. Auch ihre zwei Töchter seien mit dabei gewesen. Die beiden Poingerinnen wurden in der Folge, wie es in der Anklage hieß, geschlagen, getreten und mit Pfefferspray attackiert, was dem Quintett eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung eingebracht hatte. (sus)

Der Hund fuhr anschließend nach Puchheim zurück. Hier lebt Teddy bis heute.  sus

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