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Gebühren sollen nicht zwangsläufig steigen

Kindertagesstätten sollen Defizite selbst ausgleichen

Den Trägern der insgesamt 18 Kindertagesstätten in Puchheim soll mehr wirtschaftliche Eigenverantwortung auferlegt werden: Die Stadt wird für Defizite nur noch teilweise aufkommen. 

Puchheim – Eine Vereinheitlichung der finanziellen Regelungen soll zudem mehr Planungssicherheit bringen. Gefördert werden soll ein stärkerer Wettbewerb der pädagogischen Konzepte. Die finanzielle Belastung bei der Kinderbetreuung soll gerechter verteilt werden. Dem stimmte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung zu. Eine Erhöhung der Gebühren soll allerdings nicht zwangsläufig Teil des neuen Konzeptes sein, hieß es. Auch die Träger seien angehalten, sich wirtschaftlich gut aufzustellen.

Die Änderungen sollen beginnend mit dem Betreuungsjahr 2019/20 umgesetzt werden. In der Sitzungsvorlage hatte die Verwaltung deutlich darauf hingewiesen, dass seitens der Bundes- und Landespolitik den Kommunen viel zugemutet wird: „Ohne die Frage der finanziellen Mitverantwortung des Freistaates oder des Bundes beantworten zu können, ist absehbar, dass die Kosten der Kindertagesbetreuung gegenüber den sonstigen städtischen Aufwendungen weiter überproportional steigen werden. Was auf der Bühne der ,großen Politik’ erwünscht ist, muss auch von der Kommune refinanziert werden können.“ So wurden 2016 zehn Millionen für die Betreuung in Kindertagesstätten ausgegeben. Davon trugen die Stadt 49 Prozent, das Land Bayern 34 und die Eltern 17 Prozent.

Daher ist in dem Konzept auch davon die Rede, dass sich die Höhe der Elternbeiträge dem Markt unterwerfen und eine Regelung ab dem 1. September 2019 dem Träger überlassen werden sollte. „Es gibt Träger in Puchheim, die gute pädagogische Arbeit leisten, nachgefragt sind und einen Überschuss erwirtschaften“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Lydia Winberger (Grüne) zeigte sich skeptisch: „Beitragssteigerung sind dennoch zu befürchten.“ Fraktionskollegin Gisella Gigliotti sorgte sich, dass Träger sich ganz zurückziehen würden.

Verzichtet werden soll künftig auf das 100 000-Euro-Programm, aus dem bislang Zusatzangebote wie naturwissenschaftliche Erkundungen oder Kreativprogramme finanziert wurden. Aus Sicht der Verwaltung ist der Bearbeitungsaufwand zu hoch und der pädagogische Mehrwert nicht immer eindeutig erkennbar. Mit einem Qualitätsfond, der nach und nach auf 250 000 Euro aufgestockt werden soll, möchte die Stadt die Qualität der Betreuung an sich erhöhen.

„Der Fonds ist grundsätzlich richtig“, so Kindergartenreferentin Sigrun Matthes (SPD) und Thomas Hofschuster (CSU). Man müsse aber etwa bei Qualitätsmerkmalen mehr Detailanforderungen festlegen. Die Träger sollten sich daran ebenfalls beteiligen. Diesem Meinungsbild schloss sich der Stadtrat ebenfalls an.  hk

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