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Schlaue Vögel: Die Saatkrähen lassen sich nur schwer vertreiben. 

Kommen nun Raubvögel zum Einsatz? 

Krähenkolonie: Falkner-Einsatz rückt näher

Neuer Hoffnungsschimmer für die lärm- und kotgeplagten Nachbarn der Saatkrähen-Kolonie rund um den Friedhof am Schopflacher Wäldchen: Die Naturschutzbehörde erwägt, Raubvögel außerhalb der Brutzeit aufsteigen zu lassen. Der Stadtrat soll sichdamit beschäftigen.

Puchheim – Bei einer Besprechung mit der Anwohner-Bürgerinitiative im Rathaus signalisierten die Vertreter der Regierung von Oberbayern als Oberster Naturschutzbehörde, einen Einsatz von Greifvögeln über die bloße Bekämpfung von Splitterkolonien hinaus nicht mehr kategorisch abzulehnen.

Ein beauftragter Falkner könnte seine Raubvögel dann zumindest außerhalb der Brutzeit flächendeckend, etwa auch auf Futterplätzen oder am Rand des Schopflach-Wäldchens aufsteigen lassen. Für eine Totalvergrämung, also die Vertreibung aller (zuletzt 420) Brutpaare dürfte es aber wegen des strengen Artenschutzes nach wie vor keine Genehmigung geben.

Das nichtöffentliche Treffen soll zwar zumeist in konstruktiver Atmosphäre abgelaufen sein, dennoch gibt es unterschiedliche Erinnerungen an diesen Runden Tisch. Etwa zum Thema „bird guard“. Die Apparatur, die Alarmrufe von Vögeln über Lautsprecher verbreitet und aus Sicht der Stadt wenigstens kurzfristig – wie in der Teilkolonie im Sprengerin-Wäldchen – noch die meisten Erfolge bringt, wurde bei der Besprechung vorgeführt. „Ist das alles?“, soll ein CSU-Stadtrat angesichts der geringen Lautstärke gesagt haben. Von Lärm, vergleichbar einer Motorsäge, sprach dagegen eine Vertreterin der Bürgerinitiative, die solchen Krach für Anwohner für nicht zumutbar hält. Aber für ein Wundermittel halten beide Seiten die Beschallung nicht.

Die schlauen Tiere könnten die Alarmrufe recht bald für einen Fehlalarm halten. Und die Krähen – wie zuletzt – ein paar hundert Meter weiter hinter das Altersheim zu jagen, sei ja wohl auch keine Lösung, heißt es vonseiten der Anwohner. Anhaltende Differenzen gibt es auch bei der Frage nach einem Exil für Puchheims Krähen. Dana Fritzenschaft, Sprecherin der „Siedlergemeinschaft Puchheim-Bahnhof Süd“, hält eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Suche nach einem Ausweichquartier für notwendig. Anderenfalls würde sich die Plage nach und nach in den Nachbarkommunen, zuerst in Eichenau, verbreiten.

Gut und schön, argumentiert man dagegen in der Stadtverwaltung. Nur bleibe die Frage, wie man die Vögel zum Umzug in ein noch so geeignetes lichtes Wäldchen, etwa in Germering bewegen könne. Auch in Puchheim gebe es Ausweichflächen, etwa an der Eichenauer Straße, hält die BI-Sprecherin dagegen.. Nur seien die Krähen eben auf ihren bisherigen Standort „geprägt“.

Die Stadt versuche dieses und jenes, was meist auch für die Tiere eine Zumutung sei, statt sich an bewährten Mitteln wie dem Falkner zu orientieren, heißt es bei der Siedlergemeinschaft. Die zuletzt versuchte Ei-Entnahme in den Nestern oder der Austausch mit Gipseiern etwa diene weder dem Tierschutz noch dem Menschenschutz. Es sei offenbar „schwierig, gegen Überzeugungen zu argumentieren“. Die Stadt wiederum verweist auf die engen rechtlichen Vorgaben und sieht die Anwohner „festgelegt auf die Totalvertreibung“. Das muss jeweils nicht das letzte Wort gewesen sein.

Die Verwaltung will die Option mit dem Angriff der Greifvögel über eng begrenzte Bereiche hinaus dem Stadtrat vorlegen und dann eventuell auch bei der Regierung als Maßnahme beantragen. Fritzenschaft meint, dass eine Verkleinerung der Krähen-Hauptsiedlung ja zumindest helfen könne: „Ein halber Chor singt auch leiser.“ Nur, ob man diese etwas gedämpfte Geräuschkulisse noch erleben werde, sei fraglich. (op) 

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