Vor dieser Waldschratin braucht niemand Angst zu haben: Pimpernella Pumpelsack wartete mit ihren Geschichten auf die kleinen Besucher des Ökomarktes. 	fotos. weber
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Vor dieser Waldschratin braucht niemand Angst zu haben: Pimpernella Pumpelsack wartete mit ihren Geschichten auf die kleinen Besucher des Ökomarktes.

Puchheim

Kreative Botschafter der Umwelt beim Öko-Markt

Der Puchheimer Öko-Markt hat gezeigt, wie man sich kreativ mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt. Und wie man selbst etwas tun kann: von Saatgut für den Garten bis hin zu Tipps für die tägliche Hygiene. Und dann gibt es noch eine Baum-rettungsaktion.

Puchheim – Zum wievielten Mal genau sich da Entwicklungshelfer, Naturfreunde und Umweltschützer trafen, konnten selbst die Verantwortlichen von der Stadt nicht sagen. Aber seit mindestens 20 Jahren gibt es den Puchheimer Öko-Markt, der auch heuer nicht gerade überlaufen, aber doch rege besucht war.

An über 20 Stationen informierten so verschiedene Stände wie die von der Komm-Energie, dem Repair-Café oder der Volkshochschule. Außergewöhnliches war ebenso dabei: Auf die kleinen Ökomarkt-Besucher wartete Pimpernella Pumpelsack kostümiert wie ein Waldschrat darauf, ihre Geschichten aus der Welt der Bäume zu erzählen. Zu kaufen gab es Adelshofener Apfelsaft, nigerianischen Nougat oder liebevoll „Upgecyceltes“ wie die Blümchen aus Kunststoffverpackungen.

Vertreten waren beispielsweise Textilverwerter, die alte Kleidung nicht nur weiter verkaufen, um Bildungsprojekte in der Dritten Welt zu finanzieren, sondern sie auch zu Praktischem umnähen. Kinder durften bei Dorothee Kolbe von der gemeinnützigen „Aktion Hoffnung“ an getragenen T-Shirts rumschnipseln, wenngleich ihre Schnittmuster vielleicht nicht gleich eine neue Tragetasche ergaben.

Oder, ein paar Schritte weiter, der örtliche Umweltbeirat. Dessen Mitglieder verschenken Saatgut aus dem eigenen Garten, um Pflanz-Neulinge zu einer artenreichen Grünfläche zu bewegen. Kapuzinerkresse, Malve und Ringelblume, die übrigens auch im Balkonkasten wachsen können, sollen am meisten nachgefragt sein.

Nebenan wiederum ließ sich Bürgermeister Norbert Seidl vor einem Stand fotografieren, der für Bio-Methangas als Fahrzeugtreibstoff warb. Er äußerte angesichts der bisherigen Tankstellen-dichte aber auch Zweifel, ob er sich mit seinem nächsten Dienst-Auto tatsächlich auf den neuen Antrieb verlassen sollte. Ob man auf dem Öko-Markt nicht die eh schon informierten und engagierten Menschen erreiche, wollte das Tagblatt von ihm wissen. Natürlich gebe es eine gewisse Blase, in der wahrscheinlich immer die Gleichen zusammen kämen. „Aber selbst wenn es so wäre“, meinte der Rathauschef: Auch eine solche Gemeinschaft brauche „Bestätigung“ und ein gegenseitiges „Schulterklopfen“.

Schließlich noch der Stand von „Puchheim for future“. Hier pinnten Besucher ihre eigenen Vorschläge an eine Wand, um dem Klima zu helfen. „Duschen statt Vollbad“, hieß es da, oder „Mehr mit dem Fahrrad fahren“. „Im Kleinen passiere ja doch einiges“, sagte Andra Barboni von dem siebenköpfigen Kernteam der Puchheimer für die Zukunft. Die Stadt sorge immerhin für Blühflächen und Fahrradwege.

Mit dem örtlichen Bund Naturschutz (BN) wollen die Aktivisten einen Teil der Vegetation am Alois-Harbeck-Platz bewahren: auf einer Demo am 30. September. Alle 60 Bäume, die für einen künftigen Supermarktparkplatz weichen sollen, werde man nicht retten können. Aber wenigstens für acht bis zehn gesunde Linden und Ahornbäume wolle man kämpfen, sagt eine BN-Vertreterin. (op)

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