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Kreative Ortler machen die Stadt schöner

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Die Kreos sind kreativ – auch beim Gestalten von Fotos (v. l.): Barbara Saatze, Hariet Paschke, Antonio Niosi, Tom Hawes, Tilly Mertz, Franz Werschnik, Zeljko Nedic, Karin von Bothmer. © Zeljko Nedic

Eine Gruppe, ein Ziel: Puchheim-Ort soll seinen dörflichen Charakter behalten und vital bleiben durch Kunst und Kreativität.

Puchheim – Mit diesem Gedanken gründete eine Handvoll Engagierter vor über 20 Jahren die Arbeitsgemeinschaft „Kreative Ortler“. Heute ist Puchheim längst eine Stadt, doch die Gruppe ist so aktiv wie eh und je.

Angefangen hat alles mit einer Kunstausstellung zum Abschluss der Dorferneuerung 1995. Die Schau war eigentlich als einmalige Aktion gedacht. Doch das Anliegen der Dorferneuerung, einer Anonymisierung der Ortschaften rund um München vorzubeugen, ließ die Künstler nicht los. Im Folgejahr fand die Veranstaltung erneut statt.

Inzwischen ist die zweitägige März-Ausstellung im Pfarrheim Maria Himmelfahrt zur Tradition geworden. Dabei geht es weniger um die gezeigten Bilder, Plastiken, Skulpturen und Fotos als um das gegenseitige Kennenlernen und den unbeschwerten Gedankenaustausch unter den Besuchern, wie Hariet Paschke erzählt. Sie gehört zum harten Kern der Kreos, wie die Kreativen Ortler inzwischen heißen. „Die Exponate sollen ein angenehmes und anregendes Aufenthalts-Ambiente schaffen.“ Kunst wird als Kommunikationsform und Teil des sozialen Lebens verstanden.

Die Kreos betrachten die März-Ausstellung als spezielle Einladung an den Ort, den inneren Zusammenhalt immer wieder aufzufrischen und Nähe herzustellen. Das gilt erst recht, seit die Stadterhebung eine zunehmende Verdichtung der Bebauung und viel Zuzug mit sich brachte.

Über die Jahre kamen weitere sporadische Aktionen im gesamten Landkreis hinzu, darunter Ausstellungen in Sparkassen und Ämtern, Kulturwochen in Schulen und eine Plakataktion für das Projekt „Puchheim liest“ im vergangenen Jahr. 2019 werden sich die Kreos zum dritten Mal an den Kreiskulturtagen beteiligen.

Für das 90-jährige Jubiläum der puchheimer Kirche Maria Himmelfahrt gestalteten zwei Mitglieder eine Collage zur Geschichte des Gotteshauses. Im Rahmen der letzten Kreiskulturtage beteiligten sich die Kreos unter dem Motto „Heimat im Wandel – eine sommerliche Begegnung“ an einem Projekt des Gartenbauvereins Puchheim-Ort.

Gemeinsam mit Grundschülern wurde ein Bauerngarten mit teilweise ungewöhnlichen Pflanzen gestaltet, darunter Ewiger Kohl, der das ganze Jahr über geerntet werden kann, und Baumspinat, der der Sommerhitze besser standhält als normaler Spinat. Später wurde der Bogen zur Kunst geschlagen – die Kinder durften die Pflanzen malen, wobei sich amüsante Geschlechterunterschiede auftaten. „Die Mädchen malten die schönen Blumen, die Buben malten, was man essen kann“, erzählt Paschke und lacht. Zur Begeisterung der Kinder wurden die Zeichnungen ausgestellt und in einem Büchlein verewigt.

Die Zusammensetzung der Kreos hat sich m Laufe der Jahre verändert, ebenso wie die Themen. Gab es zu Anfang neben Bildern auch kunstvolle Kloster- und Silberarbeiten, kamen mit der Zeit Fotos, Bildhauerarbeiten und digitale Kunst hinzu. Bewusst sind die Kreos kein Verein – zum einen, um sich den damit verbundenen bürokratischen Aufwand zu sparen. Zum anderen, um keinerlei Hürden für Neuzugänge aufzubauen.

„Es ist ein offenes System“, sagt Hariet Paschke. Niemand muss einen Aufnahmeprozess durchlaufen, denn es gilt der Grundsatz: Jeder Mensch ist kreativ. Beim Kreos-Treffen im Unterwirt jeden dritten Mittwoch im Monat sind neue Gesichter stets willkommen.

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