bürgerversammlung

Kritik am Verkehr in der Augsburger Straße

Puchheim - Der Verkehr in der Augsburger Straße: Das war das Hauptthema der Bürgerversammlung in Puchheim-Ort. Den einen fahren die Autos zu schnell, andere würden gerne zügiger vorankommen.

Wichtigstes Thema am Mittwochabend im Pfarrheim war wie schon vor einem Jahr der Verkehr in der Augsburger Straße – zu schnell für die einen, zu behindert durch eine unnötige Ampel für die anderen. Dass dort zu viele Autos unterwegs sind, fanden alle Autofahrer, die sich zu Wort meldeten. Tempo 40 und mehr Messungen forderte eine Anwohnerin, die nach eigener Aussage mit 70 Sachen einen rasenden Bus verfolgte, um dessen überhöhte Geschwindigkeit abschätzen zu können. Dass „die ganzen Germeringer bei uns durchfahren“, erboste einen anderen Bewohner, noch dazu durch eine „Anliegerstraße“, wie ein Dritter fand.

Geblitzt werde regelmäßig, nur eben ohne sichtbaren Blitz, antwortete Bürgermeister Norbert Seidl. Die Verstoßquote sei unauffällig. Und Tempo-Beschränkungen auf einer Ortsverbindungsstraße ohne Unfallschwerpunkt erlaube das Straßenverkehrsrecht nicht.

Hat die Ampel noch einen Sinn?

Nachvollziehen konnte der Bürgermeister aber die Kritik an der noch aus Bundesstraßen-Zeiten übrig gebliebenen Ampel – heute ohne wirkliche Funktion. „Die schaltet um, wenn ich über die Brücke fahre“, hatte ein Puchheimer festgestellt. Und das, obwohl auf der Brücke „100 erlaubt“ sind, wie eine Fahrerin meinte, die offenbar gerne zügiger unterwegs ist.

Weniger von allgemeinem Interesse war ein Thema, das dafür mit einiger Schärfe diskutiert wurde: Die Breitbandversorgung rund um die Saiblingstraße. Die Stadt plant eine für sie günstige Vectoring-Lösung durch die Telekom, würde also auf Glasfaser bis zum Grundstück verzichten. Diese technische Zwischenlösung werde den Anforderungen moderner home-ofice-Tätigkeit nicht gerecht, er als Hauseigentümer finde keine Mieter mehr, beschwerte sich ein Betroffener.

„Das ist Ihr Problem“, sagte Seidl zunächst. Die Stadt könne nicht in ganz Puchheim Glasfaserkabel verlegen. Später versprach er eine nochmalige Prüfung. Man sei ja bereit, für eine bessere Versorgung auch Geld in die Hand zu nehmen.

Wenig tun kann die Stadt für die Hangwasser-Geschädigten unterhalb des Parsbergs. Die für die Landwirtschaft eingerichteten Drainage-Gräben aus den 1930er-Jahren funktionierten nach wie vor, sollen aber demnächst per Kamerabefahrung untersucht werden.

Durch den Bau der Umgehungsstraße habe sich daran nichts verändert, im Gegenteil wird die B 2 sogar durch eigene Rückhaltebecken entwässert. „Es regnet einfach viel mehr“, sagte Seidl. Die Betroffenen könnten aber einen Gutachter mit Lösungsvorschlägen beauftragen. Einen Wall ums Grundstück zu bauen und das Wasser zum Nachbarn zu leiten, gehöre jedenfalls nicht zu den Lösungen.

Olf Paschen

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