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Rund 160 Sportler trotzten der Hitze, wie Christoph Friedrich vom FC Puchheim, mit der Startnummer 255.

Tropenklima

Läufer bringen in Puchheim Höchstleistung trotz Hitze

Es waren extrem heiße Temperaturen  für einen Frühlingslauf: 160 Läufer starteten in Puchheim. Nicht jeder wusste, mit dem Tropenklima umzugehen.

Puchheim – Das wichtigste Wort beim Puchheimer Stadtlauf lautete in diesem Jahr: „Wasser“. Dicht gefolgt von „Schatten“. Denn am Sonntag herrschten in ganz Südbayern Temperaturen wie im Hochsommer. Um die Mittagszeit zeigten die digitalen Temperaturmessgeräte 30 Grad oder sogar mehr an – eine echte Herausforderung für Ausdauersportler wie die rund 150 Teilnehmer im Alter von sechs bis 73 Jahren. Ein routinierter Topläufer wie der langjährige Puchheimer und jetzige Rosenheimer Thomas Marohn, 53 Jahre alt und ein Mann mit A-Trainer-Lizenz des deutschen Leichtathletikverbandes, warnte vorab: „Diese hohen Temperaturschwankungen sind schwer zu verkraften.“

Der Leichtathletikabteilungsleiter des FC Puchheim, Christoph Friedrich, sah erst einmal das Positive: „Besser Sonne als Sturm!“ Im vergangenen Herbst fiel der Stadtlauf nämlich den Wetterbedingungen zum Opfer (wir berichteten). Der FCP-Vorsitzende Willy Schäufler fügte einen wahren Satz hinzu: „Wenn man sich fit hält, machen einem große Temperaturunterschiede nicht allzu viel aus.“ Noch dazu, wenn man von den versierten Trainern des Puchheimer Allroundvereins in Form gebracht wird, wie Schäufler mit einem Augenzwinkern hinzusetzte.

Bilder: Stadtlauf in Puchheim

Doch in der Praxis sah die Sache anders aus, wie ausgerechnet Marohn als Erster bemerken sollte. Er ging Kilometer eins in brachialen 3 Minuten und 30 Sekunden an – ein Mordstempo, nicht nur für einen Ü50-Athleten. Schon nach der ersten (von fünf) Runden musste der frühere Bayerische 3000-Meter-Hindernis-Meister zurückstecken – und wurde dennoch Zweiter in guten 39,01 Minuten, hinter dem völlig unbekannten Münchner Adam Jankowski (38,07 Minuten).

Der Newcomer, der erst vor zwei Jahren mit dem Laufen begonnen hat, machte indes eines richtig: Er nahm sich pro Runde mindestens einen Becher Wasser vom Getränkestand des FCP.

Eiskaltes Wasser in Puchheim heiß begehrt

Dieser wurde sachkundig von Gerda Rabenseifner (der Mutter von Toptrainer Peter Rabenseifner) betreut. Sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, unbeeindruckt vom Trubel. Die 71-Jährige scherzte: „Kaltes Wasser ist heute heiß begehrt.“ So auch von FCP-Ikone Claudia Metzger. Die Mittelstrecklerin bestritt trotz der Hitze erst den Vier-Kilometer- und anschließend den Zehn-Kilometer-Lauf. Bei ihrem zweiten Rennen hatte sie Pech an der Wasserstation. Die Übergabe eines Bechers durch einen Helfer misslang, das wertvolle Nass spritzte zu Boden. „Diese Flüssigkeit hat mir zum Schluss gefehlt“, meinte Metzger anschließend – obwohl sie beide Konkurrenzen überlegen gewonnen hatte, die Kurzdistanz in 16,06 Minuten, die lange in 42,55 Minuten. Auch der älteste Teilnehmer, der 73-jährige Nordic Walker Gerhard Plebst, der seit zwölf Jahren immer in Puchheim dabei ist, stöhnte: „Eigentlich bin ich hitzeresistent, aber heute blieb sogar mir mal die Luft weg.“ Der Schnellste über vier Kilometer, Hassem Adem (15,02), schien sich hingegen im Tropenklima besonders wohl zu fühlen. Der 19-Jährige stammt aus Ostafrika.

Bei den extremen Temperaturen war jede Hilfe am Wasserstand gefragt: Eine Freundesgruppe um die Puchheimerin Claudia Schleyer-Voigt (52) schritt zur Tat. Sie stellten sich nach getaner Vier-Kilometer-Arbeit an den Getränkestand und reichten den Vorbeieilenden das erfrischende Nass. Sehr zur Freude der Aktiven, darunter Nadine Lemor. Die 39-jährige Puchheimerin kam nach einer guten Stunde im Ziel an und wirkte überraschend ausgeruht. Ihr Tipp: „Ich laufe immer mein eigenes Tempo. Egal, was um mich herum passiert.“

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