Schock-Botschaft für 1860: Aus für Stadionpläne in Riem

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Dort leben hauptsächlich Rumänen

Lokal wird unangemeldet zum Wohnheim

Puchheim - 40 Rumänen in einem Haus im Westkreis, 20 in einer früheren Gaststätte in Puchheim: Das Phänomen heillos überbelegter Wohnungen gibt es offenbar häufiger als zunächst gedacht. 

Die Stadt Puchheim und die Polizei beobachten die Entwicklung mit Argwohn: Die frühere Gaststätte in Puchheim wurde nach längerem Leerstand über Nacht zum unangemeldeten Wohnheim für Arbeiter einer Reinigungsfirma: Plötzlich wurden Betten angeliefert, plötzlich wurde das Haus praktisch zum Hotel und plötzlich war für die Nachbarn alles anders.

Offiziell gemeldet in dem Haus ist nur eine Person. Dass die anderen Nutzer des Gebäudes sich nie bei der Stadt gerührt haben, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, wie ein Sprecher der zuständigen Polizei erklärt. Das sei bei der zuständigen Behörde, in diesem Fall der Stadt Puchheim, angezeigt worden.

Die Polizei ihrerseits muss sich immer wieder mit Bewohnern des Hauses wegen Vergehen im Straßenverkehr beschäftigen. Nur teilweise gelingt es, die Fahrer der auf eine Münchner Firma angemeldeten Autos zu identifizieren. Nur teilweise würden Bußgelder bezahlt.

Die Personalien der offenbar ständig wechselnden Bewohner seien nicht vollständig bekannt, beklagt der Polizeisprecher. Nachdem die Polizei vorstellig wurde, wurden Namen der Bewohner außen angebracht. Ob sie stimmen, weiß niemand. „Für uns ist das schwierig“, sagt der Polizeisprecher.

Ein Sprecher der Stadt Puchheim verweist in diesem Fall vor allem auf das Baurecht. Das Haus sei eine Gaststätte und kein Wohnheim. Daher wäre eine Nutzungsänderung zu beantragen gewesen, findet er. „Ob eine solche genehmigungsfähig wäre, weiß ich nicht.“ Das zu beleuchten, sei Sache des Landratsamts. Geprüft werden müsste seiner Ansicht nach auch, ob das Gewerbe in erlaubter Form ausgeübt wird. „Werden da Mindestlöhne bezahlt?“

Die Nachbarschaft leidet

Neben den rechtlichen Bedenken treiben die Stadt ganz generell auch noch andere Sorgen um, wenn Wohnungen oder Anwesen im Überbelegungsmodus von Armutsmigranten oder Wanderarbeitern bewohnt werden: Die Nachbarschaft leidet meist unter solchen Konstellationen. Die frühere Gaststätte in Puchheim ist offenbar nur der prominenteste Fall. Der Sprecher der Stadt: „Wanderarbeiter wollen sich nicht integrieren.“ Von daher sei die Rücksichtnahme auf Nachbarn nicht sehr ausgeprägt.

Insgesamt sei der Zustand unbefriedigend. Natürlich stecke die pure Not der Migranten dahinter. Aber auch Strategie. „Das sind Zustände, die sollten wir so nicht hinnehmen. Dies auch im Interesse der Menschen, die unter solchen Verhältnissen leben müssen.“ Im Landratsamt gibt man sich bedeckt. Im Gewerbeamt sei nichts Auffälliges bemerkt worden. Grundsätzlich gelte: Wenn ein Gebäude umgenutzt werde, müsse die Änderung beantragt werden.

Ein Antrag liege derzeit nicht vor. Wenn nicht genehmigte Nutzungen vorlägen, wieder allgemein gesprochen, dann werde eingegriffen, wobei der Entscheidungsspielraum der Kreisbehörde von Nichtstun bis zur Abrissaufforderung reiche. Daher müsse alles mit Augenmaß geprüft werden.

70 Leute in zwei Doppelhäusern 

Erst unlängst hatte eine Doppelhaushälfte in einem Dorf im Westkreis für Aufsehen gesorgt. Anders als im Puchheimer Fall sind die 40 Bewohner dieser Doppelhaushälfte offiziell gemeldet. Gleichzeitig melden die Clan-Chefs auch Personen auf die Doppelhaushälfte an, die ihnen gar nicht gehört, wie die Polizei unlängst auf Nachfrage sagte. Damit sind auf zwei Doppelhaushälften, in denen normalerweise vielleicht zehn Personen leben, 70 Menschen angemeldet. Warmwasser gibt es in der einen Haushälfte nicht. Teils schlafen die osteuropäischen Armutsmigranten im Keller. 

Ein Sprecher der ebenfalls machtlosen Verwaltungsbehörde fühlte sich in diesem Zusammenhang damals schon an das Horrorhaus von Kirchtrudering erinnert. Dieses wurde vor einiger Zeit von Behörden geräumt. Die Bewohner waren mit völlig überzogenen Mieten für untragbare Schlafplätze abgezockt worden.

st

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