„Wir sind eine feierfreudige Gemeinde.“Pfarrer Markus Ambrosy Pfarrer Markus Ambrosy zeigt das Lutherbier, das die Auferstehungsgemeinde eigens hat brauen lassen. Foto: tb Kirchen ziehen ins PUC gemeinsam ein

Auferstehungsgemeinde feiert drei Tage lang

Lutherbier: Ein Prosit auf die Reformation

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Anlässlich des Reformationsjubiläums lässt es die Auferstehungsgemeinde Puchheim am kommenden Wochenende richtig krachen. Drei Tage lang wird gefeiert – unter anderem mit einem eigens dafür gebrauten Lutherbier.

PuchheimIm Gemeindehaus lagert derzeit ein ganz besonderes Gesöff. Exakt 727 Flaschen Bier, darauf das Konterfei Martin Luthers, warten auf ihren großen Auftritt, um am Wochenende „sach- und freudgemäß“ die Reformation zu feiern, wie es Markus Ambrosy ausdrückt.

Der Pfarrer der evangelischen Auferstehungsgemeinde hatte die Idee, den Gerstensaft zu brauen, obwohl er eigentlich gar kein Bier mag. „Ich bin Weintrinker“, erzählt er. Deshalb habe er die Grafrather Pfarrgemeinde mit ins Boot geholt. „Christian Dittmar (Anm. d. Red: der Pfarrer) ist nämlich Biertrinker und kennt sich aus.“

Genau so wie auch der große Reformator seinerzeit. „Es ist bekannt, dass Luther nach seiner Mönchszeit sehr dem Leben zugewandt war und auch das Bier liebte“, erzählt Ambrosy. Durch Luthers Vorliebe zum Bier sind viele noch heute bekannte Zitate und Lebensweisheiten zum Thema Essen und Trinken entstanden, wie „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken“.

Gemeinsam mit Dittmar hat Ambrosy dann nach einer Brauerei gesucht. Fündig wurden die beiden Pfarrer in Mauerstetten im Allgäu. Dittmar habe die ganzen Verkostungen gemacht, so Ambrosy. Letztendlich habe man sich für ein Helles entschieden. „Das schmeckt den meisten und passt auch gut zum Essen“, sagt Ambrosy. Ein spezieller Aufkleber wurde noch entworfen – und dann war das Lutherbier fertig.

Ausgeschenkt wird es nur am Festwochenende. Ambrosy geht davon aus, dass alle Flaschen weggehen. „Wir sind eine feierfreudige Gemeinde“, sagt er und lacht.

Die Vorbereitungen für das große Fest laufen bereits seit einem Jahr. Den Auftakt bildet die „Lutherlounge 1517“: Vor der Kirche sind Liegestühle, Tische und eine Bar aufgebaut. Fackeln, Lagerfeuer und Musik sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Und das Lutherbier kann zum ersten Mal probiert werden.

Einer der Höhepunkte ist das Reformationskonzert am Samstagabend im PUC. „Dafür wurde extra ein Chor zusammengestellt“, erzählt Ambrosy. Rund 90 Sänger, begleitet von einem Orchester, bringen die „Reformations-Sinfonie“ und den „Lobgesang“ von Bartholdy zu Gehör. Der Chor ist konfessionell gemischt zusammengesetzt. „Wir wollten möglichst viel ökumenisch machen.“

Aufgetischt werden Häppchen, schicke Kleidung ist erwünscht. „Es muss kein Smoking sein, aber wir würden uns freuen, wenn die Leute in festlicher Kleidung kommen.“

Am Sonntag findet ein großer ökumenischer Gottesdienst im PUC statt, bei dem alle Kirchen Puchheims vertreten sind. Um zu zeigen, dass Reformation auch ein „Viel-Aufeinander-Zugehen“ ist, haben sich die Kirchen etwas Besonderes ausgedacht: Alle, die den Gottesdienst gestalten, laufen entweder von der Auferstehungskirche oder von der katholischen Kirche St. Josef los. Sie treffen sich vor dem PUC und ziehen dann gemeinsam in das Kulturzentrum ein.

Abends tritt noch der Gospelchor der Auferstehungskirche „Rise’n’Sing“ mit dem Gospelchor aus Kösching auf. „Die machen eine Hammermusik“, sagt Ambrosy. Er war früher Pfarrer in Kösching und hat den Chor mitbegründet. Die Bars sind danach geöffnet, es kann bis tief in die Nacht gefeiert werden. „Und dann sind wir erst mal alle platt.“ (es)

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