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Kriminalitätsstatistik

Mehr Gewalttaten in Puchheim

114 Körperverletzungen hat die Polizei 2016 in Puchheim registriert – deutlich mehr als im Vorjahr. Die meisten Gewalttaten passierten im häuslichen Bereich.

Puchheim Trotz einer deutlichen Zunahme der Straftaten im vergangenen Jahr sieht die Polizei keinen Anlass zur Beunruhigung. „In Puchheim lebt man nach wie vor sicher“, sagte Karlheinz Pangerl, Chef der auch für Puchheim zuständigen Polizeiinspektion Gröbenzell, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik im Stadtrat. Auch mit zuletzt 45 Straftaten pro 1000 Einwohner, elf mehr als 2015, liegt Puchheim nur leicht über dem Landkreis-Schnitt von 39. Insgesamt wurden 954 Delikte gezählt (plus 35 Prozent) und 478 Tatverdächtige (plus 50 Prozent) ermittelt. Die Aufklärungsquote lag bei 54,5 Prozent.

Bei der Gewaltkriminalität nahmen die Zahlen deutlich zu. Neben der als Mordversuch gewerteten Messerattacke auf zwei Passanten, die eingreifen wollten, als vier Täter einen Igel quälten, kam es zu insgesamt 114 Körperverletzungen (plus 35 Prozent). Ein Schwerpunkt liegt hier anders als in der öffentlichen Wahrnehmung aber bei der häuslichen Gewalt. Auch in der Planie, worauf die Polizei laut Prangerl „ab und zu ein Auge“ wirft, bleibt Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum selten. „Sie können weiterhin beruhigt durchgehen“, sagte der Dienststellenleiter.

Bei den Wohnungseinbrüchen (von 18 auf zwölf) gab es leichte Entwarnung, die Zahl der – angezeigten – Ladendiebstähle verdoppelte sich dagegen fast auf 37. Auf hohem Niveau stagniert mit 80 die Zahl der geklauten Fahrräder. Gerade bei neuen, teuren Modellen, etwa Pedelecs, empfehle es sich, sie bei der Polizei registrieren zu lassen, so Pangerl.

Wie bei den Radl-Diebstählen ist auch bei den Sachbeschädigungen, immerhin 145 an der Zahl, die Aufklärungsquote gering. Immerhin konnte jetzt eine Art Serientäter aus Puchheim ermittelt werden, der etwa bei im Halteverbot stehenden Autos zur Selbsthilfe gegriffen hatte. 60 Beschädigungen konnten dem selbst ernannten Parkwächter nachgewiesen werden. Erwähnenswert noch die 91 Rauschgiftdelikte, drei Mal so viele wie im Vorjahr, in der Regel aber Zufallsfunde. Allerdings gab es auch drei Rauschgifttote in Puchheim. Ein 53-jähriger Langzeitabhängiger aus der Stadt und zwei Männer, die hier auf Besuch den Tod fanden.

Asylbewerber waren mit 128 Einsätzen für die Beamten zwar eine Belastung, aber keine Bedrohung. In der Regel gab es in den Unterkünften nur Streit ums Kochgeschirr oder wegen Lärm, nur 27 Anzeigen betrafen den öffentlichen Raum. Parolen vom Stammtisch, die Fremden seien eine Gefahr, ließen sich aus Polizeisicht nicht bestätigen. „Und wir sind nicht auf dem Auge blind und wollen auch nichts verschleiern“, versicherte Prangerl.

Nachfragen aus dem Stadtrat gab es noch zu den „Reichsbürgern“ (polizeibekannt, aber nicht auffällig) und zum Betrug über das Internet. Trotz Nachrüstung sei man den Tätern immer „drei Schritte hinterher“, bedauerte der Beamte. Immerhin verfügt die Inspektion jetzt über zwei Cybercrime-Cops, Kollegen, die in der Netzwelt zuhause sind. (op)

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