Millionen-Nachrüstung für Mittelschule

Puchheim – Mit einem Aufwand von über einer Million Euro muss die Stadt ihre Mittelschule nachrüsten. Diese Summe sorgte jetzt im zuständigen Ausschuss für städtische Bauten für erhebliches Unbehagen. Dass er nicht ständiges Mitglied in diesem Gremium sei, tue seinem Blutdruck gut, meinte etwa Jean-Marie Leone als Vertreter aus der SPD-Fraktion.

Zwar geht es beim notwendigen Umbau auch darum, für die Bedürfnisse einer Ganztagsschule und der Gastnutzer wie der Volkshochschule gerüstet zu sein, beispielsweise auch nach Einbruch der Dunkelheit die Fluchtwege beleuchten zu können. Erhebliche Kosten fallen aber auch für einen bislang unzureichenden Brandschutz an. So müssen sogar einige Decken demontiert werden, die nicht einmal den Erfordernissen des Brandschutzkonzepts aus dem Sanierungsjahr 2003 entsprechen. Brandschotts fehlen ebenso zum Teil wie Fluchttüren, von denen einige – wiederum aus Sicherheitsgründen – oft versperrt sind.

Sanierungsbedürftig sind außerdem Teile der Elektrik. Es gibt unter anderem einen mindestens 30 Jahre alten, schlecht gesicherten Verteiler, an dem man mit dem Finger an stromführende Komponenten kommen kann. Die Dokumentation der Leitungen ist mangelhaft, was hinter manchen Sicherungen steckt, ist unbekannt. Den inzwischen verpflichtenden Elektro-Check würde man zu großen Teilen nicht bestehen, räumte ein Mitarbeiter des Bauamts ein.

Hart kritisiert wurde das Landratsamt, das jetzt, nachdem die Mängel bei einer Routine-Untersuchung offensichtlich wurden, auf Nachbesserungen drängt, dessen Sachverständiger aber beim letzten Umbau nicht auf solche Mängel hingewiesen hatte. Leone sprach von „arglistiger Täuschung“ des damals beauftragten Unternehmens, die weit über „normalen Baupfusch“ hinausgehe. Insofern greife möglicherweise auch die normale Gewährleistungspflicht nicht.

Alt-Bürgermeister Erich Pürkner (CSU) wollte zwar nicht den Vorwurf erheben, dass „Geld geflossen“ sei. Aus seiner Erfahrung wisse er aber, dass Bauunternehmen und Architekten beziehungsweise Ingenieure oft jahrelang zusammenarbeiteten: „Da schaut man nicht mehr unbandig kritisch nach.“ Auch Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) zeigte sich nicht besonders glücklich, für jahrealte Mängel „eine Million zu verbraten“. Nur leider gebe es keine Alternative, betont der Rathauschef. (op)

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