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Schildkröte Tilda und Maus Ottilie helfen den Kindern dabei, ihre Sprachkompetenz zu verbessern. Spezialistin hierfür ist Annett Willing (l.), die Leiterin Sabine Schelbert (r.) und ihr Team unterstützt.  „Kindertagesstätten müssen hier viel mehr leisten als früher.“Susanne Schelbert, Leiterin ZickZack

Expertin unterstützt Kindergarten

Mit Schildkröte Tilda auf Sprach-Exkursion

 Der Puchheimer Kindergarten ZickZack hat Verstärkung bekommen: Annett Willing ist Fachkraft für Spracherwerb und Sprachentwicklung. Sie unterstützt das Pädagogen-Team um Leiterin Sabine Schelbert bei ihrer täglichen Arbeit. 

Puchheim –Die Kinderbetreuungsstätte darf sich somit Sprach-Kita nennen und nimmt an dem gleichnamigen Programm des Bundesfamilienministeriums teil. Das Ziel soll laut Initiatoren sein: Den Kindern gleiche Chancen bieten, indem man ihre Sprachkompetenz früh fördert, weil die Sprache der Schlüssel zur Welt ist – und das Ganze auf kindliche, spielerische Weise.

Wenn Sprach-Expertin Willing ihr Geschichtensäckchen auspackt, ist ihr die Aufmerksamkeit der Drei- bis Sechsjährigen sicher. Lara, Klara, Emma, Anna, Adela, Mira, Meryem, Louisa und Fabian sind jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache, lauschen aufmerksam und beobachten das Geschehen. Ein grünes Tuch dient als Wiese, und darauf tummelt sich Stoff-Schildkröte Tilda. Sie wird von Sprachexpertin Willing auf Nahrungssuche geschickt, findet zum Beispiel Beeren, Salat oder ein Sträußchen Petersilie und trifft dabei sogar auf eine Maus namens Ottilie. „Diese Art der Sprachförderung zielt darauf ab, die Kinder von sich aus erzählen zu lassen, sich an die Geschichte mit Tilda und der Maus zu erinnern und die Wörter zu wiederholen“, erklärt Willing.

Bei den sonstigen Aktivitäten im Kindergarten sei die Sprache ein ganz natürlicher Begleiter, etwa, wenn sich die Kinder anziehen oder gemeinsam Brotzeit machen. „Es geht darum, alltagsintegrierte sprachliche Bildung zu vermitteln“, erklärt Expertin Willing das Konzept, das in den offenen Gruppen des Kindergartens tagtäglich praktiziert wird.

Offenbar besteht dringender Bedarf. Denn was die Kinder früher, in Zeiten von funktionierenden Großfamilien, ganz automatisch zu Hause im Alltag erlernt haben, werde mehr und mehr zum Aufgabenbereich der Kindergärten oder Schulen: „Kindertagesstätten müssen in diesem Bereich viel mehr leisten als früher“, weiß Einrichtungsleiterin Schelbert.

Das liege unter anderem daran, dass der Migrantenanteil in den Betreuungsstätten für Kinder zusehends steige. Aber auch Kinder, die keinen Migrationshintergrund haben, würden die unterschiedlichsten sprachlichen Voraussetzungen mit in den Kindergarten bringen.

Sprach-Expertin Willing ist für alle Fragen, die in diesem Zusammenhang aufkommen, Ansprechpartnerin für die Pädagoginnen. Sie sagt: „Ich ermutige sie, ihr Handeln stets mit Sprache zu begleiten. Mit diesem feinfühligen Dialog erweitern die Kinder ihren Wortschatz und ihre Sprachfähigkeiten.“akk

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