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Das Puchheimer Rathaus

Ausstellung 

Moderne Kunst für Puchheims Rathaus

Die Stadt Puchheim will sich der Kunst gezielter öffnen. Bleiben nur die Fragen: Was soll wie und wo ausgestellt, welche Künstler sollen gefördert werden?Auslöser für diese Diskussion war der Ankauf eines Werkes des Puchheimers FelixHörhager.

Puchheim – Normalerweise hätte man den Kulturausschuss nicht damit behelligen müssen, denn 2800 Euro kann der Bürgermeister auch ausgeben, ohne fragen zu müssen. Aber von der Verwaltung war der Ankauf eines neuen, vierteiligen Kunstwerks bewusst auf die Tagesordnung gesetzt worden. Es sollte einmal grundsätzlich diskutiert werden: Welche Art von Kunst sollte man erwerben, welche Künstler auf diese Weise fördern? Ist eigentlich genug Platz, um neue Bilder oder Skulpturen auszustellen? Und ist der Flur im ersten Rathaus-Stock als Galerie geeignet?

Bei dem Ankauf ging es um „Die vier Elemente“ des in Puchheim aufgewachsenen Fotografen und Videokünstlers Felix Hörhager: vier Aluminium-Platten mit abstrakten Formen, die im Sitzungssaal ausgestellt waren. Große Bildanalyse wurde nicht betrieben. Aber der Künstler selbst hatte schon eine längere Werkgeschichte vorgelegt, wonach er ursprünglich ein Kreuz aus Büchern in seinem Studentenzimmer auslegte, das in die Himmelsrichtungen und dann irgendwie zu den vier Elementen wies. Deswegen oder vielleicht auch aus anderen Gründen entwickelte der Künstler den „Gedanken der Zwischenwelt“, ein Phänomen, das er folgerichtig in Gedankenvideos verfilmte. Sein Gedankenprojekt ist, wie man sich denken kann, aber nur die „Startrampe von Raumgedanken“. Mit denen will Hörhager die Erde verlassen und „Raum und Zeit in allen Dimensionen vernetzen“.

Zuvor war der heute 48-Jährige allerdings noch auf Besuch auf dem Puchheimer Volksfest und traf dort auf einen alten Bekannten: Kämmerer Harald Heitmeir, der im April öfter die Stellung im Festzelt hielt. Dem erzählte er von seinem Wunsch, den in Puchheim entstandenen Ausgangspunkt seines heutigen künstlerischen Schaffens, die „vier Elemente“, zu ihrem Ursprungsort zurückzubringen. Der Kämmerer sah die Chance, ein „Kunstwerk eines renommierten Puchheimer Künstlers anzukaufen, das aus den bisherigen Ankäufen hervorsticht“.

Die Ausschuss-Mitglieder hielten sich mit Wertungen zurück. Nur, „dass was Modernes dem Rathaus gut tut“, merkte eine Stadträtin an, die sich sonst mehr mit Sportthemen beschäftigt. Kulturreferentin Ramona Weiß (CSU) fragte immerhin, nach welchen Kriterien Kunst vom Rathaus erworben werde, sicher gebe es viele Anbieter. „Die rennen uns nicht die Bude ein,“ meinte Heitmeir, bislang werde eher auf Zuruf angekauft, ergänzte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD). Ortsansässige oder ehemalige Puchheimer würden allerdings „nicht gezielt gefördert“.

Bürgermeisterwünscht sich Konzept

Für den Rathaus-Chef ist das Ganze auch ein Platzproblem, es fehle schlicht an Präsentationsflächen. Das wiederum sah sein Kämmerer anders, der auch die Gänge im Rathaus für geeignete Ausstellungsflächen hält. Schließlich stünden dort auch wartende Bürger vor Luftbildern der Stadt.

Der Ankauf wurde schließlich gegen zwei Stimmen aus der CSU beschlossen. Die „vier Elemente“ sollen künftig den Flur vor Heitmeirs Büro schmücken. In welcher Weise und mit welchen Mitteln die Stadt künftig auf dem Kunstmarkt eingreift, wurde nicht näher beraten. Aber „irgendwann wäre ein Konzept nicht schlecht“, meinte Seidl. (op)

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