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Das Puchheimer Rathaus.

Die Vereidigung steht bevor

Nach der Kommunalwahl: Elf Neue im Puchheimer Stadtrat

Nach der Kommunalwahl wird es im Puchheimer Stadtrat massive Veränderungen geben. Elf teils langjährige Stadträte scheiden aus, elf ziehen dafür neu in das kommunale Gremium ein. Ab sofort wird auch ein FDP-Vertreter mit dabei sein.

Puchheim – Jetzt wird es langsam ernst: Am nächsten Dienstag, 5. Mai, werden die neu gewählten Stadträte im Kulturzentrum PUC vereidigt.

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CSU

Die CSU-Fraktion musste bei der Kommunalwahl Federn lassen. Sie tritt mit nun neun statt zehn Räten an. Neu ist Wolfgang Wirth. Der 47-Jährige war selber überrascht von seinem guten Ergebnis. Kandidiert hatte er auf Platz 17 der Liste. Er wurde mit 2676 Stimmen auf Platz acht vorgehäufelt. Wirth ist den Puchheimern gut bekannt, betreibt er doch in der Lagerstraße die letzte richtige Metzgerei der Stadt. Als Gewerbetreibender will er sich im Stadtrat auch dafür einsetzen, dass kleinere Geschäfte überleben. Dass diese am Alois-Harbeck Platz ausziehen müssen und ein Vollsortimenter einzieht, kommentiert er so: „Das ärgert mich maßlos.“ Wirth ist außerdem noch Fitnesstrainer und betont: „Sport kann ich.“

Thorsten Heil freut sich darauf, künftig mitgestalten zu können. Er hat sich vor zwei Jahren dazu entschlossen, nicht nur über Politik zu schimpfen, sondern aktiv zu werden. „Wenn man etwas verändern will, muss man mitmachen.“ Er hatte den Eindruck, in Puchheim bestehe viel Nachholbedarf. Es seien zwar zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen auf die Reise geschickt worden, aber wenig sei tatsächlich begonnen worden. Wie etwa beim Hallenbad, das zwar geschlossen ist, für dessen Sanierung aber, wie er meint, bisher kein Bauauftrag vergeben wurde. Heil möchte nun in seiner Freizeit nicht nur Skifahren oder Wandern, sondern im Stadtrat als gelernter Bauingenieur sein Know-how einbringen.

Auch das jüngste neue Fraktionsmitglied der CSU, Dominik Schneider, hat genaue Vorstellungen. Ihm liegt das Gewerbe am Herzen, vor allem in Zeiten wie diesen, in denen als Folge von Corona ein Einbruch der Gewerbesteuer zu befürchten sei. Auf die Steuereinnahmen sei die Stadt aber angewiesen, denn es stünden Maßnahmen an, die viel Geld kosten werden, wie die Schaffung der neuen Mitte, die Sanierung des Hallenbades und vieles mehr. Die Gewerbesteuer will Schneider dennoch nicht erhöhen, sondern sich dafür stark machen, dass sich mehr Gewerbe ansiedelt.

SPD

Die SPD-Stadtratsfraktion schrumpft. Statt bisher neun werden ab Mai nur noch sechs Sozialdemokraten, zuzüglich Bürgermeister Norbert Seidl, mitarbeiten. Neu dabei ist Josef Ehrensberger. Der Bauingenieur will Planungsprozesse wie zur neuen Stadtmitte fachmännisch begleiten. Wichtig sind ihm auch die Selbstständigen – die vor allem jetzt besonders zu kämpfen haben. Er will sich für die kleinen Betriebe einsetzen, die auch noch den Onlinehandel im Nacken haben. Ehrensberger hat bisher noch nicht einen einzigen Einkauf im Internet getätigt, sagt er. Der 56-Jährige engagiert sich zudem für die Integration von Flüchtlingen. In seiner Freizeit arbeitet er gerne im Garten, wandert und radelt.

ubp

Nur noch vier statt sechs Gemeinderäte vertreten die ubp. Jürgen Honold wäre eigentlich gerne Bürgermeister geworden, zieht aber jetzt in den Stadtrat ein. Seine Schwerpunkte: Umweltschutz, Bauen und Verkehr. Er wünscht sich einen Gesamtelternbeirat.
Und dass Puchheims Unternehmen geprüft werden, was sie für das Gemeinwohl tun. Zudem will er, dass bei Neubauten und Sanierungen städtischer Gebäude daran gedacht wird, ökologisch sinnvoll zu bauen.

Grüne

Die Fraktion der Grünen konnte bei der Kommunalwahl ordentlich zulegen. Statt bisher vier werden künftig sieben Grüne im Stadtrat mitarbeiten. Darunter das „Küken“: der 20-jährige Student Stefan Krebs. Die Klimakrise hat ihn vor drei Jahren aktiv werden lassen. „Klima geht uns alle an.“ Für Puchheim wünscht er sich Verbesserungen bei Radwegen und ÖPNV. Aber auch der viergleisige Ausbau der S-Bahn ist ihm ein großes Anliegen.

Krebs künftige Fraktionskollegin, Anja Arnold, ist ebenfalls Studentin. Sie arbeitet derzeit an ihrem Master, energetisch optimiertes Bauen ist das Thema. Ihr Wissen will sie gerne zugunsten ihrer Heimatstadt teilen. Privat ist Arnold am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Sie schwimmt gerne in den Seen der Umgebung – auch jetzt schon und ohne Neoprenanzug.

Dem dritten im Bunde der Grünen, Hans Knürr, liegen – etwas untypisch für einen Grünen – die Unternehmen am Herzen. Der Wirtschaftsingenieur ist überzeugt: „Wenn es den Unternehmen gut geht, geht es auch der Stadt gut.“ Knürr war aber zudem jahrelang als Schulweghelfer aktiv und hat das tägliche Verkehrschaos an der Lochhauser- und Lagerstraße hautnah miterlebt. Ihm schwebt vor, in beiden Straßen oder in zumindest Teilbereichen wenigstens versuchsweise eine Einbahnregelung einzuführen.

Freie Wähler

Die Fraktion der Freien Wähler (FW) hat sich bei der Wahl am 14. März vergrößert. Statt bisher zwei werden in den kommenden sechs Jahren drei Vertreter im Stadtrat sein, zwei davon sind neu. Einer der beiden Neuzugänge ist Gudrun Horn. Sie hatte sich auch als Bürgermeisterin beworben. Als Stadträtin will sie sich nun unter anderem für einen barrierefreien Bahnhof einsetzen. Zumindest ein Provisorium wünscht sich die Wissenschaftlerin. In Zeiten von Corona brennt ihr auch der Schutz gefährdeter Mitbürger unter den Nägeln.

Den Puchheimern bekannt istMichael Peukert, der sich in der Vergangenheit erfolgreich gegen das Geothermie-Projekt einsetzte. Als Stadtrat wird er sich neben dem barrierefreien Bahnhofsausbau auch für eine Bürgerenergiewende stark machen. Bürger sollen so frühzeitig in Projekte eingebunden werden und sich damit besser identifizieren können.

FDP

Die FDP hat nun ebenfalls einen Sitz im Stadtrat. Der 50-jährige Martin Koch hatte sich um das Amt des Bürgermeisters beworben. Auch er tritt für einen Gesamtelternbeirat ein – sowie für Transparenz und Bürgerbeteiligung. Großes Manko in seinen Augen: das sehr unübersichtliche Infoportal der Stadt im Internet. Was zukünftige Projekte angeht, müssten mit Blick auf die Finanzlage jetzt erst recht Prioritäten gesetzt werden. (sus)

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