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Auch der August ist viel zu trocken: Nächster Bach trocknet aus

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Von: Kathrin Böhmer

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Mehr Graben als Bach: Der kleine Ascherbach zwischen Puchheim und Gröbenzell ist trockengefallen.
Mehr Graben als Bach: Der kleine Ascherbach zwischen Puchheim und Gröbenzell ist trockengefallen. © mm

Auch der August ist viel zu trocken: Ein trauriges Bild bietet der kleine Ascherbach zwischen Puchheim und Gröbenzell. Statt plätscherndem Wasser sieht man hier nur noch Matsch und Grün.

Puchheim/Gröbenzell – Der Bach ist nun aufgrund mangelnden Regens trockengefallen. Jetzt heißt es: beobachten – und aufs Wetter hoffen.

Die Bauhofmitarbeiter aus Gröbenzell und Puchheim haben gerade eine besondere Aufgabe. Sie müssen nun auch den kleinen Ascherbach im Blick behalten. Dieser ist gespeist durch Grundwasser und derzeit ausgetrocknet. Nun müssen die Gemeindearbeiter schauen, ob keine Fische auf dem Trockenen liegen.

Hier gibt es erst einmal eine Entwarnung: „Das ist bislang nicht der Fall“, wie eine Sprecherin des Gröbenzeller Rathauses mitteilt. Die Lage sei insgesamt betrachtet allerdings alarmierend. Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt seien informiert. Auch diese kontrollieren die Gewässer im Landkreis regelmäßig.

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Der Ascherbach ist bereits das zweite Gewässer in Puchheim, das nach der lang anhaltenden Trockenheit gar kein Wasser mehr führt. Zunächst fiel der Gröbenbach in Puchheim-Ort trocken, was laut Experten in 20 Jahren nicht passiert ist. Weniger selten sei dieses Phänomen beim kleinen Ascherbach, heißt es. Da aber zum Beispiel der Starzelbach in Eichenau ebenso von der Niedrigwasser-Problematik betroffen ist (hier hilft man sich schon mit Sandsäcken, um den Pegel zu erhöhen), zeichnet sich deutlich eine beunruhigende Entwicklung ab.

Landregen

Hintergrund ist, dass es an Landregen mangelt. Dieser sorgt dafür, dass das Grundwasser-Reservoir wieder gefüllt wird. Die Starkregen-Ereignisse, wie sie zuletzt häufig zu erleben waren, bringen allerdings lediglich oberflächlich Feuchtigkeit. Das Wasser läuft viel zu schnell wieder ab. Und laut Niedrigwasser-Informationsdienst in Bayern war der August bislang schon viel zu trocken. 77 Prozent der oberflächennahen Grundwasserstellen zeigen niedrige und sehr niedrige Stände an.

Bereits ausgetrocknet ist der kleine Ascherbach. „Das ist gerade kein schöner Anblick. Wir können jetzt einfach nur hoffen, dass es bald wieder regnet“, sagt Monika Dufner, Umweltbeauftragte der Stadt Puchheim. Ein Blick auf den Wetterbericht schürt Optimismus: Für die kommenden Tage ist Regen angekündigt.

Kleinere Gewässer

Ansonsten ist die Stadt um Aufklärung bemüht. Auf der Internetseite www.puchheim.de können Bürger alles über den Niedrigwasser-Stand erfahren. Besonders betroffen seien kleinere Gewässer (III. Ordnung), für die die Kommunen zuständig sind. Beispiel Gröbenbach: Der Gewässerzulauf vom Parsberg (Holzbach), der den Oberlauf darstellt, ist trocken und es kommt derzeit nichts mehr von dort. Die zwei Wehranlagen am Spiegelwehr sowie an den Fischteichen oberhalb führen ebenfalls kein Wasser mehr ab. Sie stellen mit ihrem Rückstau die letzten stehenden Wasserflächen im Bach dar. Außerdem haben die Fischteichanlagen in Puchheim-Ort keinen Zu- und Ablauf, weshalb aus dem Gröbenbach weder Wasser entnommen noch eingeleitet wird.

Aufgrund der akuten Situation wurde vom Umweltministerium die Stufe Gelb (vor Orange und Rot) des Niedrigwasserleitfadens aktiviert. Das Wasserwirtschaftsamt gibt wöchentlich eine Meldung ab. Bei den Kontrollen vor Ort werden Sauerstoffgehalt beziehungsweise Temperatur gemessen, wo noch Wasser fließt. Auch die Fischer sind mit im Boot. Bürger, die Fische entdecken, können sich an mehrere Notfallnummern wenden, etwa an den Wasserverband Gröbenbach unter Telefon (0160) 99 84 39 59 oder ans Umweltamt Puchheim unter (089) 80 09 81 58.

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