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Saatkrähe.

Bürgerinitiative

Neue Aktion gegen Saatkrähen

Puchheim – Eine Bürgerinitiative hat der unkontrollierten Verbreitung von Saatkrähen den Kampf angesagt. Nun wird die Stadt mit Vertretern der Protestbewegung ein weiteres Gespräch führen.

 Über entsprechende Pläne unterrichtete Vize-Bürgermeister Rainer Zöller (CSU) seine im Ferienausschuss vertretenen Stadtratskollegen.

Michael Burkhart (FW) war über diese Ankündigung erfreut: „Es zeigt, dass man das Anliegen ernst nimmt und dem Bürger entgegenkommt.“ Auch Max Keil (upb) schloss sich an und beantragte eine umfassende Darstellung der Problematik in der nächsten Stadtratssitzung am 27. September. Nach Keils Ansicht reicht ein reines Vergrämen der Vögel nicht aus. „Man muss auch über eine Dezimierung des Bestandes nachdenken.“ Durch Krähenfraß könnten bis zu 25 Prozent Schäden bei Saatgut entstehen, fügte Keil hinzu.

Die Stadträtin Maria Ostermeier (ubp) regte einen runden Tisch an, an dem Vertreter der Landwirtschaft und die Bürgerinitiative zu beteiligen seien. Michael Burkhart (FW) wollte noch die Regierung von Oberbayern mit einbeziehen. Zöller äußerte sich dazu aber eher skeptisch. Unlängst sei die Regierung bei Gesprächen einbezogen worden. „Da hat sich mir die Frage aufgedrängt, wer schützenswerter ist: das Tier oder der Mensch.“

Saatkrähen sind Singvögel. Und sie sind geschützt, nachdem ihr Bestand in den 1950er-Jahren bedroht war. Seitdem nimmt die Zahl der Vögel wieder zu. In Puchheim ist der Anstieg seit 2008 (acht Nester) besonders markant. 2014 wurden bereits 248 Nester gezählt, aktuell sind es über 300. Besonders im Schopflach-Wäldchen sind die Vögel verbreitet. Dort fühlen sich die Anwohner vom Lärm belästigt.

Im Februar vergangenen Jahres hatte die Stadt vergeblich versucht, die Vögel mit roten Heliumballons zu vertreiben. Doch die Tiere siedelten sich zusätzlich an anderen Orten im Stadtgebiet um. Im Juli überreichte nun die Bürgerinitiative 725 Unterschriften. Gefordert wurde unter anderem der Einsatz von Greifvögeln, der von der Regierung von Oberbayern unter bestimmten Bedingungen genehmigt werden kann. (hk)

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