Blick auf die Planie in Puchheim.
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Blick auf die Planie in Puchheim.

Corona

Neue Strategie: Jetzt wird vor Ort geimpft

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat massiv an Fahrt verloren. Um dennoch möglichst viele Menschen zu immunisieren, werden die Verantwortlichen kreativ. Im Puchheimer Stadtteil Planie gab es am Donnerstag eine Sonder-Impfaktion.

Puchheim – Das Impfen kommt zu den Bürgern: Unter diesem Motto lief am Donnerstag eine Aktion in den Räumen des Planie-Stadtteilzentrums. In zwei eigens eingerichteten Zimmern konnten sich Bürger ohne Anmeldung und Termin gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Andrang war groß – teilweise bildeten sich Schlangen vor dem Planie-Büro an der Adenauerstraße.

Agnes Chege kam mit ihrem Sohn Joe und ihrer Tochter Alice. Geimpft wurde nur der 14-jährige Joe. „Ich bin schon geimpft und meine Tochter ist noch zu jung“, sagte die gebürtige Kenianerin. Mit ihrem Sohn habe sie im Voraus über das Impfen gesprochen. „Ich empfehle es jedem, denn es geht nicht anders. Auch mit meiner Familie in Kenia habe ich schon über das Thema gesprochen“, erzählte die 41-Jährige.

Aufmerksam auf die Aktion wurde die Puchheimerin durch Flyer im Briefkasten und Plakate in der Siedlung, die die Mitarbeiter des Stadtteilzentrums dort verteilt hatten. „Wir haben auch in den Sprechstunden und auf dem Planie-Stadtfest die Leute angesprochen und beraten“, berichtete Aveen Khorschied vom Quartiersmanagement. Dass das Informieren sehr wichtig sei, zeige sich unter anderem an Reaktionen derer, die schon eine Infektion hinter sich haben. „Die dachten, es wäre bei ihnen keine Impfung mehr nötig“, berichtete Khorschied.

Am Donnerstag konnten sich die Puchheimer von 11 bis 22 Uhr ihre Corona-Schutzimpfung abholen – vor dem Start der Sommerferien. „Das ist das erste Mal, dass wir eine Impfaktion vor den Ferien machen. Und hoffentlich auch das letzte Mal“, sagte Andreas Bodenstein, stellvertretender Verwaltungsleiter des Impfzentrums Fürstenfeldbruck. 200 Dosen habe man bereitgestellt.

Da die Aktion ohne Terminvereinbarung lief, konnte man nicht abschätzen, wie viel Vakzin am Ende gebraucht wird. „Notfalls können wir noch ein paar Dosen besorgen“, sagte Bodenstein am Donnerstagvormittag. Innerhalb der ersten Stunde wurden bereits rund 30 Personen geimpft. Am Nachmittag, nach Schulschluss, kamen noch einmal rund 60 Menschen vorbei, um sich immunisieren zu lassen.

Elf Rettungsassistenten, zwei Ärzte und die Besatzung eines Rettungswagens der BRK-Bereitschaft Germering kümmerten sich vor Ort um die Impfwilligen. In einem Zelt auf dem Parkplatz vor dem Büro konnten sich die Geimpften ausruhen.

„Es war überhaupt nicht schlimm“, sagte die Gröbenzellerin Ariane Haber nach ihrem Pieks. Die 41-Jährige kam für die Impfung spontan vorbei. „Es ist schön, dass man einfach hingehen kann, ohne einen Termin ausmachen zu müssen.“

Bodenstein berichtete, dass man beim BRK nun vermehrt mobil impfen werde. „Wir gehen jetzt allgemein mehr raus zu den Menschen. Dann müssen sie nicht bis nach Fürstenfeldbruck fahren.“ Der nächste mobile Einsatz findet im westlichen Landkreis statt.

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