Marode Gebäude kommen weg

Neue Turnhallen für Puchheims Schüler

Puchheim - Die maroden Turnhallen des Schulzentrums Puchheim werden nicht saniert. Stattdessen sollen an dieser Stelle eine Zweifach- und eine Dreifachturnhalle neu gebaut werden.

Schon bei der ersten Beratung im Kreiskulturausschuss gingen die Landkreispolitiker davon aus, dass man um Abriss und Neubau nicht herumkommt. Eine Machbarkeitstudie bestätigte das nun. So würde die Sanierung der bestehenden Einfachhalle der Realschule und der Dreifachhalle des Gymnasiums gut zehn Millionen Euro kosten.

Der Neubau kommt mit rund zwölf Millionen Euro nicht wesentlich teurer – und statt einer Einfach- hat man künftig sogar eine Zweifachhalle zur Verfügung. Bei einer Sanierung bestünde laut Machbarkeitsstudie außerdem die Gefahr, dass die eigentlich grundwasserdichten Betonwannen im Boden undicht werden könnten. Das sei beim Neubau nicht mehr der Fall, da die Wannen nicht mehr benötigt werden.

Im Kreistag war man sich deshalb recht schnell einig, dass nur die Neubau-Variante Sinn macht. Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) zeigte sich froh, dass es mit dem Neubau vorangeht.

Etwas ironisch merkte er an: „Die alten Hallen hätten wir bald als Tropfsteinhöhlen ins Weltkulturerbe aufnehmen können.“ Der Puchheimer Rathauschef kritisierte aber auch, dass seine Verwaltung noch nicht kontaktiert worden sei, um etwaige Abstandsflächen zu prüfen. „Unter Umständen ist eine Bebauungsplanänderung nötig“, sagte Seidl und verwies auf mögliche Verzögerungen.

Auch Martin Runge (Grüne) betonte, dass „wir noch Hausaufgaben zu erledigen haben“. Kreisbaureferatsleiter Axel Schuhn erklärte, dass das Puchheimer Rathaus in jedem Fall noch einbezogen werde. Man habe nur nicht schon intensiver in die Planung einsteigen wollen, bevor der Kreistag den Grundsatzbeschluss zum Neubau fasst.

Zum möglichen Bauablauf erläuterte Schuhn, dass in einem ersten Bauabschnitt die Einfachhalle aus dem Jahr 1979 abgerissen und durch eine Zweifachhalle ersetzt werden soll. Die bestehende Dreifachhalle könne solange weiter genutzt werden. Im zweiten Bauabschnitt würde dann die Dreifachhalle erneuert. „Das ist mit der Schule so abgestimmt“, sagte Schuhn.

Im weiteren Planungsverlauf dürfte auch die Dachform für die neuen Halle zur Diskussion stehen. Nachdem auf den Hallen oft das Wasser stehen blieb, beantragte Johann Wörle (CSU), dass der Kreistag einen Grundsatzbeschluss fassen soll, künftig keine Flachdächer mehr zu bauen. Der Antrag wird aber erst in der Baukommission vorberaten.

Für die nächsten Haushaltsberatungen forderte Michael Leonbacher (FW) indessen ein Hallenkonzept: „Wir sollten uns mal anschauen, welche Hallensanierungen noch vor uns liegen“, sagte er angesichts der Kosten für die Puchheimer Hallen. Deren Neubau segnete das Gremium einstimmig ab.

von Andreas Daschner 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein mögliches Wind-Areal ist genug
Jesenwang – Jesenwang wird sich nicht mehr am interkommunalen Flächennutzungsplan für die Windkraft beteiligen. Die Gemeinde ist die einzige Kommune im Landkreis, die …
Ein mögliches Wind-Areal ist genug
Expertise zur Nahversorgung
Kottgeisering – Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der örtlichen Nahversorgung: Auf Antrag des Arbeitskreises hat der Gemeinderat jetzt die nächsten …
Expertise zur Nahversorgung
Kinderhaus-Erweiterung auf dem Papier fertig
Jesenwang – Ein Kletterturm mit Rutsche, ein Sandspielplatz und eine Rennstrecke für Bobbycars sollen im Garten des Kinderhauses nach dessen Erweiterung entstehen.
Kinderhaus-Erweiterung auf dem Papier fertig
Hausfriedensbruch und Beleidigung
Germering - Ein der Polizei nicht unbekannter 63-jähriger Germeringer hat sich am Freitagvormittag in einer Bäckerei in der Münchener Straße unmöglich aufgeführt. Jetzt …
Hausfriedensbruch und Beleidigung

Kommentare